Barcelona zittert um jungstar espart: fifa-virus trifft atlético-kracher

Der Fluch schlägt wieder zu. Erst Raphinha, jetzt Xavi Espart – das FIFA-Virus frisst sich durch den Kader des FC Barcelona und lässt Hansi Flick vor dem Atlético-Duell schon wieder den Kopf schütteln.

Die Szene im U19-Länderspiel gegen die Niederlande war schnell gegangen: 78. Minute, Espart tippt sich an die rechte hintere Oberschenkelrückseite, verzieht das Gesicht, geht noch selbst vom Platz. Doch die Signalbombe war längst entschärft. Die spanische FA diagnostizierte „keine strukturelle Verletzung“, das Trainerteam zog trotzdem sofort den Stecker. Vorsicht ist besser als Nachsicht – und Barcelona kennt diese Lektion nur zu gut.

Ein monat, der über saison und köpfe entscheidet

Fällt Espart aus, fehlt nicht irgendein Teenager. Der 18-Jährige war nach den Ausfällen von Koundé und Balde zur Notlösung avanciert – und zur ersten Wahl. Vier Pflichtspiele in Folge, davon eine Startelf gegen Sevilla, 90 Minuten im Achtelfinale gegen Newcastle, der Siegtreffer gegen Rayo Vallecano: Espart schaffte in 14 Tagen den Sprung von der U19-Bank in die Champions-League-Startformation. Jetzt droht ihm genau der Gipfelsturm, den er sich erträumt hatte.

Die Terminkette ist gnadenlos: Liga-Kracher am Samstag im Metropolitano, sieben Tage später Hinspiel in der Champions League – wieder gegen Atlético. Das Rückspiel folgt nur 14 Tage später. Drei Spiele, die über Barças Saison und Flicks Zukunft entscheiden können, ohne den neuen Liebling links außen.

Flicks albtraum wird zur dreifachbelastung

Flicks albtraum wird zur dreifachbelastung

Der Deutsche plante eigentlich mit Rotation, mit Phasen der Atmung. Stattdessen droht ihm ein Puzzle aus Notlösungen. Cancelo muss rechts halten, João Félix rutscht ins Mittelfeld, und die linke Seite? Dort stand Espart, schnell, unbekümmert, direkt. Ohne ihn bleibt nur die Option Fermín oder ein zuletzt blasser Fort. Die Abwägung: Offensive Frische gegen defensive Stabilität – ein Dilemma, das Atlético liebt.

Barça hat in dieser Saison bereits 27 Spiele absolviert, 14 verschiedene Außenverteidiger-Formationen getestet. Kein Klub der Liga rotiert so stark, keiner ist so verwundbar. Die medizinische Abteilung bereitet intern Berichte vor, die alarmierender nicht sein könnten: Muskelprobleme häufen sich zwischen Spieltag 20 und 30, genau jetzt. Esparts Zustand ist symptomatisch – nicht dramatisch, aber symptomatisch.

Der Junge selbst schwieg nach der Untersuchung. Kein Tweet, keine Story, kein Daumen-hoch-Foto. Stattdessen: Eisbeutel, Bandage, stumme Blicke. Seine Entourage verbreitete lediglich, man wolle „24 Stunden abwarten“. In Barcelona rechnet man in Stunden, nicht in Tagen.

Entscheidung fällt am Freitagnachmittag. Dann steht Espart auf dem Trainingsgelände von Sant Joan Despí – oder er steht nicht. Flick wird nicht riskieren, das hat er in der Pressekonferenz nach dem Sevilla-Spiel deutlich gemacht: „Wir haben gelernt, dass ein Spieler mehr wert ist, der zwei Wochen pausiert, als einer, der zwei Monate fehlt.“ Die Worte hallen nach. Espart weiß: Sein Körper entscheidet über den Traum vom ersten Champions-League-Tor in einem Halbfinale. Und Barcelona weiß: Ohne ihn wird der Weg nach Wembley ein Stück steiler.