De la fuente rührt den kader kräftig durch – nur einen teenager lässt er links liegen

Luis de la Fuente schreibt an seinem Notizblock, streicht zehn Namen durch und stellt sie neu auf – mit einer einzigen Ausnahme. Lamine Yamal bleibt. Während der Rest der Mannschaft nach dem Serbien-Spiel Platz macht, darf der 16-Jährige erneut von Beginn an ran. Die Botschaft ist klar: der Coach setzt auf Konstanz, wo andere rotieren.

Die rotation ist kein pazifismus, sondern ein kraftakt

Die rotation ist kein pazifismus, sondern ein kraftakt

David Raya, Pedro Porro, Mosquera, Huijsen, Grimaldo, Carlos Soler, Fornals, Barrenetxea, Dani Olmo, Ferran Torres – alle bekommen ihre Einsatzminuten, alle sollen sich beweisen. Doch der eine, der auf der Bank verharrt, ist Joan García. Der Keeper wartet weiter auf seinen Einsatz, während Raya die Nummer eins bleibt. Kein Drama, nur harte Konkurrenz.

Die Noten? Keine schlechten, aber auch keine Glanzwerte. Porro liefert eine solide erste Hälfte, verliert aber in Durchgang zwei an Präzision. Mosquera wackelt einmal, fängt sich aber schnell. Grimaldo zeigt, warum er bei Leverkusen so viel spielt: immer präsent, immer nach vorne gedacht. Soler und Fornals laufen sich warm, Barrenetxea will zu viel, Olmo dirigiert, Torres sucht die Lücke.

Und dann ist da Yamal. Keine Pause, kein Wechsel, kein Zögern. Der Flügelflitzer spielt, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Seine Bewegungen sind direkt, seine Entscheidungen schnell. De la Fuente sieht in ihm nicht ein Talent, sondern einen Faktor. Einen, der Spiele entscheiden kann – auch wenn er noch keine 17 ist.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Spanien testet, Spanien rotiert, Spanien experimentiert. Aber es verzichtet nicht auf seine neue Goldader. Yamal bleibt. Der Rest bekommt seine Chance – oder eben nicht.