Bad nauheim rettet sich mit kantersieg vor dem abstieg – 40-jähriger kuhn wird zur lebenden legende
Die Roten Teufel haben gezählt. Vier Spiele, vier Siege, ein Klassenerhalt. Der EC Bad Nauheim feierte am Freitagabend nicht nur ein 5:1 gegen Weiden, sondern auch die Rettung vor dem Abstieg in die Oberliga – und das mit einer Gala, die selbst dem treuesten Fan die Sprache raubte.
Jerry kuhn pariert, sein team trifft – das perfekte geburtstagsgeschenk
Der Deutsch-Amerikaner stand im Tor, wie so oft in dieser Playdown-Serie, und wirkte, als hätte er den Puck magnetisch im Schutz. 40 Jahre alt wurde Kuhn an diesem Abend – und er feierte, als gäbe es kein Morgen. „Ich habe meine Kinder in der Kurve gesehen, die mit Riesenplakaten rumwinkten. Da wird dir einfach nur warm u Herz“, sagte er später mit zitternder Stimme.
Die Weidener hatten in Drittel eins noch Hoffnung. Drei Großchancen, drei Mal Kuhn. Danach war die Serie entschieden. Justin MacPherson schlenzte den Puck nach einem Bodycheck aus dem Slot zum 1:0, Zach Kaiser erhöhte mit einem Dribbling, das man besser in der NBA als in der DEL2 vermuten würde. Die Halle tobte, die Gäste brachen ein.

Coach gaudet beendet seine interimsmission – und bleibt vielleicht doch
Kevin Gaudet war im Februar geholt worden, als die Saison schon nach Desaster roch. Nun steht er mit vier Siegen aus vier Spielen da, einer Quote, die selbst Anspruchsvollste verstummen lässt. „Er hat eine Mannschaft aus Asche geholt und sie zum Kämpfer gemacht“, sagt Manager Stefan Schauer. Gespräche über eine Verlängerung laufen – intern heißt es, die Tendenz sei „sehr positiv“.
Im zweiten Drittel schraubten Justin Volek und erneut MacPherson auf 4:0. Die Fans klatschten schon Minuten vor der Schlusssirene, als wollten sie die Zeit beschleunigen. Das Anschlusstor der Oberpfälzer war nur noch Nebensache. Zach Kaiser legte den 5:1-Endstand nach, dann war Ruhe – zumindest auf dem Eis. Draussen tobte die Party bis in die frühen Morgenstunden.
Die Bilanz ist ein Schlag ins Gesicht der Statistik: Bad Nauheim war nach der Hauptrunde Tabellenletzter, kassierte 189 Gegentore, galt als sicherer Absteiger. Nun stehen sie mit 16:3 Toren in den Playdowns da – und spielen auch nächste Saison DEL2. Manchmal schreibt der Sport eben doch die schöneren Geschichten.