Leipzig zerlegt hoffenheim in 45 minuten – baumann patzt, sinsheimer traum platzt
Die TSG Hoffenheim kam, sah – und wurde pulverisiert. Nach einer Viertelstunde sah es noch nach offenem Schlagabtausch aus, dann schlug RB Leipzig viermal zu, ließ einen fünften Treffer wegen Millimeter-Abseits aberkennen und ging mit 4:0 in die Kabine. Die Halbzeit-Analyse von Sky-Experte Martin Harnik fasste die Katastrophe auf einen Satz zusammen: „Danach haben sie sich in einen richtigen Rausch gespielt.“
17 Minuten reichten, um hoffenheim zu demontieren
Der Beginn war noch verheißungsvoll: Die Gäste pressten früh, spielten mutig nach vorne. Doch der erste richtige Leipziger Angriff endete mit einem Ballverlust von Stanley Nsoki, Brajan Gruda traf aus 14 Metern. Die TSG wankte, Baumgartner nutzte die Unordnung doppelt aus (21., 30.), Gruda erhöhte erneut (44.). Kurz vor dem Pfiff schlug Diomande per Flachschuss ein, doch Xaver Schlager stand im Abseits – VAR, Tor zurück. Statistik der Schmach: Vier Tore bei nur sieben Torschüssen, 73 Prozent Leipziger Ballbesitz, 0:4-Pausenstand.
Zwischen den Pfosten kassierte Oliver Baumann ein Debakel, das seine Stammplatz-Diskussion im DFB-Kader wieder aufrollt. Beim 0:1 prallte sein Abklatsch genau in Grudas Laufpfad. Harnik: „Er ist Deutschlands Nummer eins. Da darf man erwarten, dass er den festhält.“ Die Kritik wird lauter, seit Baumann in den letzten fünf Spielen neun Gegentore kassierte – kein Sieg, nur zwei Punkte.

Tsg rutscht in die mittelständische tretmühle
Die Sinsheimer hatten die Rückrunde als Sprungbrett ins obere Tabellendrittel geplant. Stattdessen droht nach fünf sieglosen Partien der Absturz auf Platz acht. Die Anfangsspielzeit mit mutigem Hochpressing und Punkte-Mittelstand ist Geschichte. Pellegrino Matarazzo sprach von „kleinen Details“, doch die Fehlerkette vom eigenen Aufbauspiel bis zur fehlenden Zweikampfstärke wirkt systemisch.
Leipzig hingegen schob sich vorbei an Hoffenheim und festigte Rang vier. Marco Rose’ Team agierte wie aufgedreht: Jede Balleroberung wurde sofort vertikal genutzt, die Außenverteidiger rückten früh mit, die Doppelsechs schob die TSG in die eigene Hälfte. Die Effizienz war brutal – und sie war kein Zufall: Rose trainiert seit Wochen den schnellen Gegenangriff nach Ballgewinn im Mittelfeld, wie er nach dem Spiel betonte.
Die Tabelle lügt nicht: RB steht nun einen Punkt vor Hoffenheim, hat ein Spiel weniger und die bessere Tordifferenz. Die TSG muss nächste Woche gegen Heidenheim gewinnen, sonst rutscht sie aus den Europaplatzen. Die Leipziger reisen indes nach Bochum – und wissen, dass sie in 90 Minuten eine Saison-Vorentscheidung schaffen können.
