Bacca: der unterschätzte torjäger kehrt nach hause zurück

Milan bangt weiterhin, während die Erinnerung an Carlos Bacca aufkeimt. Zehn Jahre sind vergangen, seit der Kolumbianer in Mailand landete, und die Fans sehnen sich vielleicht heimlich nach der Effizienz, die er einst bewies. Adriano Gallianis verzweifelter Suche nach einem Torjäger sei Dank, landete Bacca im Sommer 2015 im Rossoneri-Trikot – eine Entscheidung, die sich für beide Seiten als äußerst fruchtbar erweisen sollte.

Die galliani-formel: daten statt bauchgefühl

Die Geschichte ist schnell erzählt: Galliani, unter dem Druck, einen Stürmer mit 20 Toren zu finden, schickte die Scouts los. Die Ergebnisse? Jackson Martinez und Carlos Bacca. Martinez ging nach Atlético Madrid, ein kurzes, unrühmliches Kapitel. Bacca hingegen landete in Mailand und erfüllte seine Versprechen. Ein Jahr später, in der Saison 2015/16, erzielte er 18 Tore in der Liga – nur Higuain und Dybala waren erfolgreicher. Das war eine Leistung, die heute viele Stürmer des Milan nicht vorweisen können.

Der Derby-Tor und die konstante Treffsicherheit sprechen für sich. Bacca traf nicht nur in wichtigen Spielen, sondern auch regelmäßig gegen kleinere Gegner, wo der aktuelle Milan oft Federn lassen musste. Seine Phase zwischen Dezember und Februar war schlichtweg herausragend – sieben Tore in zehn Spielen. Ein Kontrastprogramm zu der aktuellen Formkrise der Milan-Offensive, in der Pulisic und Leao ebenfalls zu kämpfen haben.

Die karriere nach mailand: rückkehr in die heimat

Die karriere nach mailand: rückkehr in die heimat

Was macht Carlos Bacca heute? Der 40-Jährige ist zurück in Kolumbien, beim Club Junior Barranquilla, seinem Jugendverein. Nach einer Verletzung beobachtet er zumeist vom Spielfeldrand das Geschehen. Seine Karriere, die ihn von Belgien über Spanien nach Italien und zurück führte, umfasst über 300 Tore – eine beachtliche Bilanz für einen Spieler, der oft im Schatten blieb. Er beendete seine Nationalmannschaftskarriere bereits, blickt aber auf eine erfolgreiche Laufbahn zurück, die in Barranquilla begann, als er noch Fahrkarten für den Bus kaufte.

Bacca mag vielleicht nicht der beliebteste Spieler in Mailand gewesen sein, aber seine Torquote wird von vielen Fans mit Wehmut betrachtet. Er war ein pragmatischer Torjäger, der seine Arbeit erledigte – ohne viel Aufhebens. Ein Spielertyp, der im modernen Fußball, der oft von Glamour und Spektakel geprägt ist, vielleicht etwas in Vergessenheit geraten ist. Doch die Zahlen lügen nicht: Carlos Bacca war ein Torjäger – und das war er gut.