Australien schreibt geschichte: matildas stehen schon jetzt fest für brasilien 2027
Sam Kerr traf, Alanna Kennedy traf – und plötzlich ist klar: Die Matildas sind die erste Nation, die beim nächsten WM-Sommer in Brasilien dabei ist. Das 2:1 gegen Nordkorea reicht, weil der Halbfinaleinzug im Asien-Cup automatisch das Ticket löst.
Die Uhr stand noch auf 18 Minuten, als Kerr den Deckel draufsetzte. Das Stadtohr in Adelaide erbebte. Australien, Gastgeber von 2023, schaltet früher als jeder andere in den Modus Titelkampf. Während Europas Teams noch um jeden Punkt zittern, planen Kerr, Emily van Egmond und Caitlin Foord schon den Juli 2027 – ganz unten im Süden, zwischen Manaus und Rio.
Der plan geht auf: europas legionärinnen kommen mit schwung
Die Logik dahinter ist simpel. Elf der 23 Spielerinnen laufen in England, Frankreich, Spanien – da ist Dauerbetrieb angesagt. Tony Gustavsson nutzt den Kontinentalwettbewerb als Feinjustierung, nicht als Qualifikationsstress. „Wir wollten nicht warten“, sagte er nach dem Abpfiff, „wir wollten Druck abladen.“
Der Sieg war kein Zufall. Die Statistik: 67 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse, zwei Pfosten. Nordkorea kam nur einmal gefährlich vor dem Tor von Mackenzie Arnold, die auch dank Video-Assistentin einen Punkt rettete. Die Asienmeisterschaft ist zwar noch offen, das Ziel aber erreicht.
Und Deutschland? Das DFB-Team führt zwar Gruppe A4 an, muss aber bis Herbst 2026 weitermachen. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenberg schaute sich das australische Tempo an und wird ihre Analysen liefern. Denn wer früh qualifiziert ist, kann Experimente wagen.

Brasilien erwartet rekord-event vom 24. juni bis 25. juli 2027
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat das Turnier bereits als „größtes Frauen-WM-Format aller Zeiten“ angekündigt: 32 Teams, zwölf Städte, erwartete Einnahmen jenseits von 500 Millionen Dollar. Brasilien selbst ist als Gastgeber gesetzt, Australien folgt nun als erster Zusatzgast. Die Tickets werden im Herbst 2026 auf den Markt kommen – mit Sam Kerr auf dem Plakat.
Die Matildas haben bereits bewiesen, dass sie Heimvorteil in eine ganze Region verwandeln können. 2023 füllten sie Stadien mit 75.000 Menschen. 2027 könnte ihre Anhängerschar eine ganze Hemisphäre erfassen. Die Zeitplaner in Sydney und Rio checken schon die Flugstunden: 16 Stunden Nonstop, aber das scheint kein Problem zu sein – die Fans sind gewohnt, weite Wege zu gehen.
Australien ist fertig. Der Rest der Welt hat noch 15 Monate, um sich den Kalender freizukaufen. Die nächste WM beginnt bereits in den Köpfen – und die Matildas haben den ersten Schritt gemacht.
