Aue-torwart männel schlägt alarm: „da gibt es nichts schönzureden“

Erzgebirge Aue feiert 80-jähriges Vereinsjubiläum – doch die Party steht unter einem Stern aus Angst. Nach der 1:2-Heimpleite gegen VfL Osnabrück rutschten die Veilchen auf Platz 17 ab, nur noch zwei Punkte trennen sie vom Abstiegsreiher. Torwart Martin Männel sprach nach dem Spiel klartext: „Da gibt es nichts schönzureden. Es waren kleine Drecks-Situationen, die uns das Genick brechen.“

Individuelle fehler kassieren, punkte verschenken

Trainer Christoph Dabrowski hatte schon am Samstag die Diagnose gestellt: „Wir müssen die individuelle Fehlerquote minimieren.“ Das klingt nüchtern, ist aber ein Euphemismus für zwei haarsträubende Szenen. Minute 17: Innenverteidiger Ryan Malone und Tristan Zobel lassen Ismail Badjie laufen – 0:1. Minute 69: Einwurf, halbe Sturmreihe schläft, Tony Lesueur düpiert trotz Drei-Mann-Überzahl – 1:2. Der Rest war Mühe, aber kein Ertrag.

Die Zahlen sind gnadenlos: seit Jahresbeginn zwei Punkte aus sieben Spielen, nur 18 Treffer in 25 Partien, dazu jetzt der Ausfall von Zobel (Gelb-Sperre) sowie die Langzeitverletzten Erik Majetschak und Anthony Barylla. Die Luft wird dünner, der Kalender aber schneller. Am Dienstag gastiert Aue bei formstarken 1860 München, die zuletzt drei Siege feierten und nur noch fünf Zähler hinter Rang drei liegen. Ein ungleiches Duell, wie es im Kalender steht.

Geburtstag trotz kellerstimmung

Geburtstag trotz kellerstimmung

Mittwoch lockt dennoch das Fest im Erzgebirgsstadion: „De Randfichten“ spielen ihren „Holzmichl“, Anstoß 19 Uhr, danach Feuerwerk. Die Loge wird lachen, doch auf dem Rasen ist niemand in Feierlaune. Männel versucht, die Wende einzufordern: „Wir haben die Qualität, Gegner zu dominieren. Aber wir müssen das in Tore ummünzen.“ Der Keeper kennt die Lage, er ist seit 2012 Teil des Klubs, kennt sowohl den Abstieg 2022 als auch den Wiederaufstieg. Jetzt steht er vor der vielleicht entscheidenden Woche seiner Karriere.

Die Rechnung ist simpel: Verliert Aue in München, könnte der Rückstand auf den Relegationsplatz bei fünf Punkten liegen – bei nur noch neun Spielen. Dabrowski wird improvisieren müssen, hinten wie vorne. Seine zentrale Botschaft bleibt: „Wenn wir weiter so individuelle Patzer liefern, brauchen wir gar nicht mehr anzulaufen.“ Die Veilchen stehen mit dem Rücken zur Wand, das Geburtstagskind trägt Schrammen. Es ist Zeit für Tore, nicht für Trost.