Bader verlängert bis 2028 – öehv setzt auf kontinuität statt umbruch

Roger Bader bleibt. Punkt. Der Schweizer, der Österreichs Eishockey seit neun Jahren mit eiserner Hand und weitsichtigem Plan aus der Bedeutungslosigkeit zurück in die Weltelite führte, hat vorzeitig zugeschlagen und seinen Vertrag bis 2028 verlängert. Kein Spektakel, keine Gerüchte – einfach ein Handschlag im Vorstandsbüro und die Botschaft: Weiter so, aber schneller.

Warum der öehv jetzt schon die karten sichert

Klaus Hartmann spricht das aus, was viele Funktionäre nur denken: „Never change a running team.“ Der Präsident des Österreichischen Eishockeyverbands wirft das Zitat in den Raum, als handele es sich um ein Gesetz der Physik. Dabei ist die Rechnung simpel: Seit Bader 2016 das Ruder übernahm, stieg Österreich drei Mal in die A-Gruppe auf, holte 2025 das erste Viertelfinale seit 31 Jahren und wurde zur Mannschaft des Jahres gekürt. Wer so eine Erfolgsserie hat, bekommt keine Kündigung, sondern ein paar Jahre obendrauf.

Die Vertragsverlängerung kommt nicht von ungefähr. Hinter den Kulissen arbeitet der Verband an einem Doppelplan: WM 2026 in der Schweiz und Olympia 2030 in Frankreich. Beide Turniere gelten als mögliche Kristallisationspunkte für eine Generation, die mit Marco Kasper und Vinzenz Rohrer längst begonnen hat, die NHL-Scouts auf sich aufmerksam zu machen. Bader soll das Gerüst halten, während das Talentprogramm unter ihm weiter dezimiert.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 2015 stand Österreich auf Platz 14 der IIHF-Weltrangliste, heute ist man Fester Bestandteil der Top Ten. Der Budgetetat des ÖEHV stieg in der gleichen Zeit um 38 Prozent – nicht nur durch Sponsoren, sondern weil sich das Nationalteam als Marke verkauft. TV-Quoten der letzten WM lagen um 34 Prozent über dem Vorjahr. Das ist kein Hype, das ist ein Markt.

Der nächste gegner heißt grossbritannien

Der nächste gegner heißt grossbritannien

Am 16. Mai 2026 geht es los. Zürich, Hallenstadion, Österreich gegen Grossbritannien. Für viele ein Nebenspiel, für Bader der erste Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt. Das Turnier mit USA, Schweiz und Deutschland im eigenen Pool ist keine Schleife, sondern ein Aufschlag mit 160 km/h. Bader sagt: „Haben wir dieses Ziel erreicht, blicken wir auf das nächste.“ Klingt simpel, ist aber ein Satz, der intern bereits als Leitspruch für die komplette Vorbereitung gilt.

Die Gegner für die Testphase stehen fest: Lettland, Italien, Tschechien, Deutschland, Slowenien. Kein Freundeskick, sondern ein Programm, das mehr Spiele in zwölf Wochen beinhaltet als jede Vorbereitung zuvor. Die Spieler wissen: Wer hier nicht liefert, fliegt vor dem Turnier raus – egal, wie viele NHL-Minuten auf dem Konto stehen.

Für Bader ist die Verlängerung keine Rente, sondern ein Versprechen. „Ich bin nicht hier, um auszuruhen“, sagt er und meint das wörtlich. Sein Büro im Südstadion steht noch immer offen, die Akten liegen sortiert nach Gegner, Jahrgang und Scouting-Reports. Mit 61 Jahren redet keiner von Abschied, sondern von der „zweiten Karrierehälfte“. Olympia 2030 ist kein frommer Wunsch, sondern ein Fixtermin im Kalender.

Österreichs Eishockey hat seine Hausaufgaben gemacht. Die Infrastruktur wächst, die Nachwuchsakademien liefern Talente, die NHL-Verträge. Was fehlt, ist der nächte grosse Coup. Bader will ihn liefern – und der Verband sichert sich jetzt schon das letzte verfügbare Ticket. Wenn 2028 die Zeit kommt, will niemand mehr über Verlängerungen reden müssen, sondern nur noch über Titel.