Arsenal vor riesiger champions-league-nacht: 20 jahre warten könnten enden
London zittert. Am Dienstagabend steht Arsenal 90 Minuten vor dem ersten Champions-League-Finale seit 2006 – und Mikel Arteta spürt, wie sein Stadion bebt. „Das Emirates wird kochen“, sagt der Trainer, nachdem er Kai Havertz und Martin Ödegaard grünes Licht gegeben hat. Beide trainierten am Montag zwar nur individuell, gelten aber als einsatzbereit. Die Wunde ist verheilt, der Blick nach vorn.
Havertz oder gyökeres? artetas luxusproblem
Die Frage ist nicht, ob Arsenal die Kraft hat, sondern wen der Coach von Anfang an auf den Rasen schickt. Viktor Gyökeres traf am Wochenende doppelt gegen Fulham und stößt auf 20 Saisontore. Havertz saß in Madrid wegen eines Knöchel irritationsbedingt nur auf der Bank. „Wir brauchen mehrere Geschichten in einem Spiel“, erklärt Arteta. Die erste lautet: Druck von der ersten Sekunde. Die zweite: Frische aus der zweiten Reihe.
Atletico reist mit einem 1:1 im Gepäck an, aber mit der Gabe, Leben aus großen Arenen zu saugen. Diego Simeone wird seine Mannschaft auf Konter trimmen, auf Standards, auf Chaos. Arsenal muss bereit sein, zwei Tore zu erzielen, um nicht ins Messer zu laufen. Die Statistik? Die Gunners gewannen nur eines ihrer letzten sieben Heimspiele gegen spanische Klubs in der K.o.-Phase. Das war 2009 gegen Villarreal. Geschichte ist kein Schutzschild, sondern ein Spiegel.

Emirates als schmelztiegel: 60.000 stimmen gegen die zweifel
Arteta nannte das Duell „das größte Spiel der Emirates-Ära“. Keine Übertreibung. Seit 2006 warten die Fans auf ein Finale, seit 2004 auf einen Titel. Die Generation, die Henry, Vieira und Pires jubelte, bringt heure ihre Kinder mit, die nur YouTube-Highlights kennen. Das Stadion soll nicht nur laut werden, sondern die Spieler tragen. „Wenn du die Kurve hörst, rennt sich’s leichter“, sagt Gyökeres. Läuft es nicht, wird die Stille ohrenbetäubend.
Die Premier-League-Meisterschaft? Verschoben. Sie wird nächsten Sonntag entschieden, aber erst einmal zählt nur das Jetzt. Gewinnt Arsenal, darf die Mannschaft am 1. Juni nach München, wo das Finale steigt. Verliert sie, bleibt die Saison trotz 82 Punkten halb leer. Sport ist gemein, weil er keine Trostpflaster klebt.
Um 21 Uhr ertönt die Hymne, dann herrscht Schweigen auf den Rängen, bevor die Bombe platzt. 20 Jahre Warten können in einer Viertelstunde enden oder weitermachen. Arsenal hält den Zünder in der Hand – und weiß, dass Atletico dieselbe Zündschnur sieht. Wer zuerst zündet, bestimmt die Geschichte.
