Arnone zittert, zählt, siegt: ipc-titel nach drama im heads-up
Ein Viertel Big Blind. Mehr nicht. Genau diese winzige Chips-Scheibe hat Francesco Arnone am Montagnachmittag zum Champion der dritten Italian Poker Challenge gemacht – und Manuel Valduga mit einem Faustschlag in die Magengrube zurückgelassen. 78 Minuten dauerte das Finale, zehn Minuten reine Zählerei, weil keiner der beiden Spieler wusste, wer mehr Chips hatte. Die Antwort: Arnone, 18,825 Millionen gegen 18,8 Millionen. So knapp war's.
Valduga räumt ab, verpasst den k.o.
Der 37-jährige Südtiroler Valduga war als Short-Stack gestartet, drehte das Blatt mit einem Ass am Flop gegen Ion Madan und schien im Heads-Up unaufhaltsam. Er callte am River mit Jack-high und gewann – weil Arnone nur Ten-high hatte. Er zwang den späteren Sieger zum Fold mit einem Sechs-high-Flush. Aber auf dem River der letzten Hand traf Arnone mit K♣ Q♣ eine Queen, Valduga blieb mit A♠ 6♦ blank. «Ich dachte, ich bin vorne», sagte Valduga später, «dann sah ich die Zählung – und war es nicht.»
Die Siegprämie: 142.000 Euro. Plus Pokal. Plus ewige Ruhe, denn Arnone konnte seinen Kids endlich sagen: Papa hat den Pokal mit nach Hause gebracht.

Fang scheitert mit damen, sporri blufft sich aus dem turnier
Giada Fang, Kommentatorin der Live-Streams und seit Jahren eine der stärksten Spielerinnen Italiens, schied auf Rang sechs ab. Ihre Lady's – zwei Damen – hielten nicht gegen Luca Accornero's Kings. Ein Coinflip, verloren. «Poker ist hart», sagte sie, «aber morgen gibt's das nächste Turnier.»
Den spektakulärsten Exit lieferte der Schweizer Pascal Sporri. Er schob mit K♠ 2♠ All-in, Valduga callte mit A♠ J♠ – und das Board zeigte keine Spur von Sporris Bluff. «Ich wollte das Table terrorisieren», sagte Sporri, «stattdessen bin ich der Terrorist, der rausfliegt.»
Die verbleibenden vier Spieler – Arnone, Valduga, Trebbi, Accornero – einigten sich auf einen Deal, ließen aber den Pokal und 20.000 Euro Extra im Pot. Das reichte für ein Finale, das selbst alte Hasen an den Rand der Verzweiflung trieb.
Am Ende stand Arnone auf dem Podest, ein Quadrant-Big-Edge-Chip in der Hand – und ein Lächeln, das breiter war als das River-Card-Board. «Ich habe nur gewonnen, weil ich verloren habe», sagte er. «Und weil ich einen Viertel-Chip mehr hatte.»
