Antropova fegt fenerbahce hinweg – scandicci zückt den keulenhieb

Ekaterina Antropova hat in der Champions-League-Viertelfinal-Partie die Türkei-Premiere von Fenerbahce in Schutt und Asche gelegt: 25 Punkte, 3:0-Sieg, ein Hallen inferno in Scandicci. Die Toskanerinnen entzauberten die haushohen Favoritinnen, ohne ihre Spielmacherin Maja Ognjenovic. Stattdessen dirigierte Elena Bechis das Tempo, Bosetti holte die Bälle aus dem Parkett und die Annahme frisierte Vargas' Aufschlaggefahr zu harmlosen Bällchen. Die Botschaft: Team trumpft über Stars.

Der tiebreak, der alles kippte

21:22 im ersten Durchgang – dann dreht Savino del Bene auf. Vier direkte Fehler der Gäste, ein Ass von Antropova, 25:23. Im zweiten Satz liegen die Italienerinnen schon mit 2:6 zurück, Melisa Vargas donnert 23 Punkte über das Netz, doch Scandicci wehrt vier Satzbälle ab und stellt auf 31:29. Die Lufthoheit ist besiegelt, Fenerbahce verliert den Faden – und Fedorovtseva ihre Linie. 25 Punkte reichen nicht, wenn neben dir Baladin am Ende null Impact liefert und Ana Cristina nur Kurzzeit-Ersatz bleibt.

Die Statistik lügt nicht: Savino del Bene brachte 41 % Angriff und 67 % positive Annahme aufs Parkett, Fenerbahce blieb bei mageren 31 % im Side-out. Die Block-Statistik fällt mit 9:5 ebenfalls italienisch aus. In der Champions League zählt aber vor allem die Mentalität – und die stand auf Feuer.

Conegliano ohne gabi, mit silla – und macht trotzdem 0:3

Conegliano ohne gabi, mit silla – und macht trotzdem 0:3

Während Scandicci für das große Theater sorgte, erledigte der deutsche Meister Conegliano seine Pflichtaufgabe in Ankara. Ohne Gabi, dafür mit Silla als Libera, spazierte Santarellis Truppe mit 21:25, 18:25, 17:25 über Zeren. 10 Blocks, 16 Punkte von Zhu Ting und Isabelle Haak, 14 bei 58 % für Silla – die Panter erwischten einen Sahnetag. Die Türkinnen kamen nur auf 31 % Angriffsquote und verpassten jede Tiefe im Zuspiel.

Für den Rückspielblock am Mittwoch im PalaVerde reicht Conegliano bereits zwei Satzgewinne – ein Luxus, den sich Scandicci erst erkämpfen muss. Die Toskanerinnen reisen am Donnerstag nach Istanbul, wo Fenerbahce vor eigenem Publikum die Revanche plant. Dann wird Vargas wieder anspringen, doch Antropova hat bewiesen: Sie kann auch auf türkischem Parkett die Segel streichen.

Die Champions League liefert das, was Sport ausmacht – Favoritenstürze, Stars, die sich in Nebel kämpfen, und Teams, die plötzlich spüren, dass der Ball rund ist. Scandicci hat den Schwung, Conegliano die Routine. In einer Woche entscheidet sich, wer nach Istanbul fliegt – und wer den Traum von der Final Four begraben muss.