Alba berlin rettet sich in athen-krimi: 76:71 in karditsa mit gebrochenem kayil

Ein verdrehter Knöchel, sieben vermissbare Dreier, ein 9:15-Rückstand – und trotzdem steht Alba Berlin am Ende mit erhobenem Haupt in der griechischen Nacht. Der 76:71-Auswärtssieg bei Karditsa Iaponiki hält die Champions-League-Hoffnung lebendig, schickt die Berliner aber vor allem mit einem Problem ins decisive gegen AEK Athen: Jack Kayil, 20, musste mit Mitte des dritten Viertels humpelnd in die Kabine, kam zurück und traf den Korb der Vorentscheidung. Ob das Sprunggelenk bis nächsten Mittwoch mitspielt, wird die nächste Woche zeigen.

Kayils knöchel wird zum x-faktor im gruppenfinale

Trainer Israel Gonzalez hatte seine Rotation bereits vor dem Spiel verkleinert. Martin Hermansson fehlt seit Wochen, nun wackelte auch noch das Herzstück des Back Courts. Die Szene in der 25. Minute war schnell erzählt: Drive, Kontakt, umknickender Fuß. Kayil schlug mit der Faust aufs Parkett, ging, kam zurück, traf. Alba überlebte.

Die Zahlen dahinter sind kaum zu glauben: 0/8 Dreier im ersten Viertel, zwölf Ballverluste bis zur Pause, 35:40 hinten. Dennoch: Berlin gewinnt das Spiel, weil Sam Griesel und Moses Wood in einem 16:3-Run innerhalb von vier Minuten die Griechhen in die Zange nehmen. Wood trifft von draußen, Roberts klaut zwei offensive Rebounds in Folge, Griesel verwandelt einen And-One. Die Führung war nie wieder wegzunehmen.

Dabei hätte Karditsa längst abgeschrieben sein können. Die Hausherren stehen nach sechs Niederlagen in Serie als Letzter der Gruppe C fest, spielen nur noch um Prestige. Doch genau das macht sie gefährlich. Coach Vassilis Fragkias setzt auf Jugend und Tempospiel, seine Zone-Press zwingt Alba zu 18 Turnovern – die höchste Quote der Saison. Erst als Gonzalez die Angabe gibt, jeden Ball über T. J. Shorts laufen zu lassen, beruhigt sich das Spiel.

Nächste woche droht das auswärtstor-drama

Nächste woche droht das auswärtstor-drama

Die Rechnung ist denkbar einfach: Gewinnt Alba am Mittwoch (19 Uhr, Mercedes-Benz Arena), ist Gruppensieger und hat Heimrecht im Viertelfinale. Verliert man, rutscht man auf Rang drei – und muss in der KO-Runde auswärts ran. Das Hinspiel endete 81:78 für AEK, das Rückspiel könnte also ein Torverhältnis-Thriller werden.

Die gute Nachricht: Kayil trainierte am Donnerstag leicht durch, der MRT-Scan zeigt keine Bänderdehnung. Die schlechte: Hermansson wird weiterhin pausieren, Gonzalez muss erneut auf einen 1,90-Meter-Backcourt aus drei Positionen improvisieren. Dafür steht mit Justin Bean ein Mann bereit, der in Griechenland schon bewies, dass er in letzter Sekunde trifft – auch wenn der Buzzer-Beater diesmal nur für vier Punkte Vorsprung reichte.

Alba hat die Saison schon oft als Zombie-Team definiert: tot geglaubt, wieder auferstanden. In Karditsa war es erneut ein kleiner Tod vor dem großen Finale. Nächste Woche entscheidet sich, ob die Auferstehung ein weiteres Kapitel erhält – oder das Ende der Europareise besiegelt. Die Frist läuft in sieben Tagen, die Knöchel in zwei. Kayil wird spielen, sagt er. Und Berlin glaubt ihm.