Amenda schafft den aufstieg vom abstellgleis zur wm-bühne
Ein Telefonat rettete Aurele Amendas Frankfurter Traum. Im Januar wollte der Innenverteidiger die Eintracht verlassen, heute ist er unverzichtbar – und schielt auf die WM.

Militär statt transfer: die wende kam in der kaserne
Die Rekrutenschule in der Schweiz war kein Ausflug. Fünf Monate Gewehr statt Ball, Marsch statt Manndeckung. Amenda kehrte mit 1,94 m und 63 % Zweikampfquote zurück, startete durch. Trainer Albert Riera setzte ihn sofort in die Viererkette, weil Robin Koch, Rasmus Kristensen und Arthur Theate ausfielen. Die Chance nutzte er: 87 % Passquote, 168 Ballkontakte in St. Pauli – Vereinsrekord.
Die Nuller kamen zurück. In fünf Partien kassierte Frankfurt nur vier Gegentore, drei davon in München. Die Fans rufen seinen Namen, die Kollegen suchen seine Abschläge. Amenda wirkt wie ein Tanker, der endlich auf offener See liegt. Kein Wunder: Mit 20 Champions-League-Luft geschnuppert, mit 22 schon Armee-Absolvent. „Die Schule hat mich mental gehärtet“, sagt er, und das hört sich nicht nach Phrase an, wenn man seine Ruhe am Ball sieht.
Trotzdem bleibt ein Hauch „aber“. Seine Geschwindigkeit reicht nicht für jede Gegenpresse, die Kopfballtreffer nach Ecken fehlen noch. Die Torgarantie hat er noch nicht, die Entwicklung aber schon. Sportvorstand Markus Krösche behielt recht: „Dein Weg geht hier weiter.“ Nun peilt Amenda den nächsten Schritt: die Endrunde in USA, Mexiko und Kanada. „Ich hoffe, dass meine Chancen steigen“, sagt er – mit demselben Gemüt, mit dem er früher durchs Militärgelände stapfte.
Frankfurt profitiert, die Nationalmannschaft linst. Wer im Januar noch weg wollte, darf im Sommer auf die größte Bühne. Manchmal reichen fünf Monate, um ein Loch zu einem Sprungbrett zu machen.
