Allegri zertrümmert sein dogma: milan jetzt mit dreiersturm

Massimiliano Allegri lässt die Daumen nach oben, zeigt eine Drei – und der Meister wird zum Lehrling. Nach 90 Minuten 3-5-2 gegen Lazio und Turin schickt der Milan-Coach im zweiten Durchgang plötzlich drei Stürmer. Pulisic rückt links, Saelemaekers rechts, Füllkrug in die Mitte. Die Konsequenz: Das heilige 3-5-2-System beginnt zu wackeln, die Rot-Schwarzen werden unberechenbar.

Der sieger heißt füllkrug

Niclas Füllkrug lacht. Der deutsche Nationalstürmer profitiert als erste Adresse, wenn das System kippt. In der neuen 4-3-3-Variante ist er klarer Mittelpunkt, Leao und Pulisic liefern die Flanken. Die Frage lautet nicht mehr, ob der 31-Jährige spielt, sondern wie lange er durchhält. Athekame gewinnt indirekt: Fällt Tomori als improvisierter Außenverteidiger aus, rutscht der Kameruner in die Startelf. Tomori wiederum muss umlernen – oder auf der Bank landen.

Die Verlierer stehen bereit. Gabbia, Pavlovic und De Winter duellieren sich fortan um zwei Innenverteidiger-Plätze. Saelemaekers wird zum Joker im Sturm-Duo, denn links und rechts blockieren Leao und Pulisic. Allegri liebt Balance, deshalb wird der Belgier trotzdem viele Minuten sehen – nur eben nicht mehr automatisch von Beginn an.

Transferplan sommer: flügel und außenverteidiger

Transferplan sommer: flügel und außenverteidiger

Der Markt reagiert sofort. Milan sucht einen zusätzlichen Flügelspieler, der im 4-3-3 sofort Dampf macht. Gleichzeitig muss ein echter rechter Außenverteidiger her, denn Tomoris Notlösung ist auf Dauer zu riskant. Athekame lieferte in der Champions-League-Saison der Young Boys acht Spiele, acht Niederlage – Statistik statt Stabilität. Ein neuer Rechtsfuß wäre auch für Rotation zuständig, denn die Saison 2025/26 bringt mindestens acht zusätzliche Pflichtspiele.

Intern schiebt der Klub Goretzka auf die Agenda. Der deutsche Mittelfeldspieler passt ins Budget und in Allegri’s neues Mittelfeld-Raster. Doch Milan ist nicht allein: Inter und Juventus lauschen ebenfalls. Wer zuerst unterschreibt, bestimmt den Rhythmus der Serie A.

Am Ende zählt nur die Tagesform. Allegri hat bewiesen, dass er auch mit 56 Jahren noch lernbereit ist. Die Fans jubeln, der Gegner rätselt. Wer nächste Woche das System sieht, weiß schon wieder nicht, was auf ihn zukommt. Das ist der größte Sieg – und der einzige, der vor Saisonbeginn schon feststeht.