Alcaraz zittert, bublik demoliert – indian wells liefert wahnsinn in zwei akten

Carlos Alcaraz hat seinen 14. Sieg im 14. Match des Jahres 2026 nur mit letzter Kraft verteidigt. Arthur Rinderknech schickte den Weltranglistenersten auf dem Central Court von Indian Wells auf eine Achterbahn, die fast entgleiste: 6:7, 6:3, 6:2. Der Spanier sprach danach von „einem der emotionalsten Tage“ seiner Saison – und meinte damit nicht nur das Tennis.

Der 22-Jährige knickte im zweiten Satz weg, spürte einen heißen Stich im linken Sprunggelenk, schüttelte sich, schlitterte, stand aber auf wie ein Boxer, der weiß, dass die nächste Runde nur Sekunden entfernt ist. „Ich habe gedacht: Jetzt oder nie. Entweder du findest einen Gang, oder du fliegst heute Nacht raus“, sagte Alcaraz. Er fand den Gang. Rinderknech fand nichts mehr.

Alcaraz vs. ruud: das duell, das nächste lektion verspricht

Am Donnerstag kommt Casper Ruud. Der Norweger hat in der Wüste bereits zwei Finals gespielt, nie gewonnen, aber gelernt, wie man Druck nicht nur erträgt, sondern in Schläge übersetzt. Alcaraz kennt die Statistik: 5:1 in Direktduellen, aber die letzte Begegnung in Paris war ein Vier-Satz-Härtetest. „Er wird mich laufen lassen. Ich werde ihn laufen lassen. Der Court ist groß, die Luft trocken – perfekt für lange Rallyes“, prophezeit der Spanier.

Dahinter lauert bereits Daniil Medvedev. Der Russe jagt in 2026 wie ein Terminator durch die Saison: 15 Siege, null Niederlagen. Gegen Sebastián Báez brauchte er gerade einmal 73 Minuten, um 6:4, 6:0 zu buchen. Die Null im zweiten Satz war keine Demonstration, es war ein Statement. „Ich spüre, dass mein Körper endlich wieder 24 Stunden braucht, um sich zu erholen – nicht mehr 48“, sagt Medvedev und lacht sein schiefes Lächeln. Dahinter steckt die Erkenntnis: Er ist früh in der Saison schon da, wo er im Juni letzten Jahres war.

Bublik sprengt seinen schläger – und die letzte chance

Bublik sprengt seinen schläger – und die letzte chance

Während die Zuschauer auf dem Stadioncourt noch über Alcaraz jubelten, explodierte auf Court 3 eine kleine Atombombe. Alexander Bublik warf seinen Schläger mit voller Wucht auf den Hartbelag, dass die Kohlefaser Splitter fliegen ließ. Der Grund: Er hatte den Tiebreak des zweiten Satzes gegen Rinky Hijikata verschenkt, 3:7. Der Kasache schrie in die Wüstenluft, als wolle er dem Wind die Schuld geben.

Der Ausraster half kurz. Mit einem Trickshot – Ball am Griff entlang, Drop vom Netz – holte sich Bublik das Break zum 2:1 im dritten Satz. Doch Hijikata lachte nur, weil er wusste: Der Gegner hatte sich selbst entlassen. 3:6 ging der Entscheidungssatz an den Australier, der noch nie über die Runde der letzten 16 bei einem Masters hinausgekommen war. Bublik packte seine Tasche, schmiss sie fast genauso heftig wie zuvor den Schläger. Die Saison 2026 beginnt für ihn mit einem 0:3-Bilanz. Die Zahlen sprechen lauter als seine Wut.

Indian Wells liefert keine halben Dosen. Die Wüste frisst die, die zögern, und kürt die, die sich nach dem Stolpern schneller aufrappeln als der Gegner zuschlagen kann. Alcaraz weiß das, Medvedev lebt es, Bublik musste es wieder lernen. Die nächste Runde steht bevor – und der Sand der Wüste hat noch Platz für weitere Geschichten.