Albacete schlägt real madrid und stellt barça & atlético mit null-siegen ein
Träume haben in Castilla-La Mancha diesen Winter ein Gewicht von 13 zu 0. Dreizehn Mal gingen die Tore des Albacete zu, ohne dass ein Ball den Rücken der Netze berührte – mehr als Real Madrid, Barça und Atlético zusammen. Und das nach dem 14. Januar, als der Klub aus La Mancha erstmals in seiner Geschichte Real Madrid besiegte und die Copa del Rey in helles Staunen versetzte.
Das geheimnis steht zwischen den pfosten
Raúl Lizoain und Diego Mariño teilen sich die Statistik wie Brüder: sieben respektive sechs Spiele ohne Gegentor. Lizoain wehrt die Heldenrolle ab: „Das ist Teamarbeit. Wir stehen als Abwehrblock, nicht als Duo.“ Mariño, gerade genesen von Oberschenkelproblemen, pflichtet ihm bei: „Wenn Courtois Woche für Woche sein Niveau zeigt, sind wir froh, kurz mal die Nase vorn zu haben.“ Denn der Vergleich mit dem Königlichen Hüter ist Programm: Thibaut Courtois, Jan Oblak und Joan García – alle liegen sie hinter dem Club, der in der Segunda División spielt.
Die Zahl 13 ist kein Zufall. Sie ist ein Spiegel dafür, wie Trainer Rubén de la Barrera seine Mannschaft in ein 4-4-2-Press-Schach verwandelt hat, das Gegner schon im Mittelfeld erstickt. Ballgewinn, schnelles Umschaltspiel, dann Rückzug in die eigene Hälfte – ein Cholo-Simeone-Klischee, nur effizienter. „Wir leben Partie für Partie, mehr Cholistas als der Cholo“, lacht Mariño, wobei sein Akzent Galiciens durchschimmert.

Spanien blickt auf albacete
Die Torhüter-Diskussion in der Roja betrifft auch die beiden. Mit vier Keepern reist Luis de la Fuente zur Nations-League-Phase – ein Novum, das bei Lizoain für Schulterzucken sorgt: „Er hätte sechs mitnehmen können, so hoch ist das Niveau.“ Mariño ergänzt: „Die Entscheidung für den Weltgipfel wird unfair für jemanden. Das ist kein Luxus, das ist Qual.“
Doch zurück an der Carreradel Paseo de la Estación. Dort, wo 17.524 Zuschauer in der Estadio Carlos Belmonte warten, wollen sie nicht vom Aufstieg reden. Zweite Liga, Platz fünf, drei Punkte hinter dem Aufstiegsrang – das reicht, um Spanien sprachlos zu machen. Lizoain zieht die Reißleine: „Ich bin seit zwölf Jahren in der Segunda. Tabellen sind Schall und Rauch bis Spieltag 42.“
Die Real-Media-Sektion der Copa del Rey ist abgehakt, das Camp Nou folgte und schickte Albacete mit 0:2 nach Hause. Doch die Null-Serie bleibt. Am Samstag gastiert FC Cartagena. Wieder ein Gegner mit Play-off-Ambitionen. Wieder eine Bühne für Mariño oder Lizoain. Und vielleicht wieder eine Null, die Madrid, Barcelona und Atlético vor Neid erblassen lässt. Dreizehn ist keine magische Zahl – es sei denn, man spielt in Weiß und Grün. Dann ist sie ein Statement.
