Sinner rastet auf: 30. masters-satz in serie und jetzt droht zverev die nächste klatsche

Jannik Sinner spielt Tennis, als hätte er den Code des Spiels geknackt. In Miami fegte er Frances Tiafoe binnen 67 Minuten vom Court, nun steht er im Halbfinale – und die nächste Demütigung für Alexander Zverev liegt in der Luft.

Die maschine läuft auf endlos-modus

Was der Südtiroler gerade abliefert, ist kein Formtief, kein Höhenflug – es ist pure Kontrolle. Gegen Tiafoe brauchte er zwei Sätze, zwei Breaks, null Nerven. 6:2, 6:2 stand am Ende am Scoreboard, daneben die unglaubliche Zahl 30: So viele Sätze hat Sinner bei Masters-Turnieren hintereinander gewonnen. Die letzte Niederlage? Januar. Gegen Medvedev. In Australien. Danach ging’s nur noch nach oben.

Tiafoe wollte, konnte, durfte nicht. Er schwang sein Racket wie ein Baseballschläger, schrie sich selbst an, schlug Winner – und kassierte im nächsten Ballwechsel die Antwort. Sinner spielte mit dem Druck wie ein Jongleur mit Messern: nahm das Tempo raus, legte die Slice drüber, zog den Passierschlag. Der Amerikaner schaffte es gerade mal, zwischendurch aufzublinzeln.

Sunshine double? nur sieben herren schafften es – jetzt ist er dran

Sunshine double? nur sieben herren schafften es – jetzt ist er dran

Indian Wells plus Miami hintereinander – das haben bei den Männern nur Djokovic (4×), Federer (3×), Agassi, Sampras, Chang, Courier und Ríos geschafft. Kein Deutscher, kein Italiener. Sinner steht zwei Siege davon entfern, sich in diesen elitären Kreis einzureihen. Die Zahlen sprechen für ihn: 23 Siege, nur eine Niederlage in diesem Jahr. Und die war gegen den späteren Turniersieger.

Doch es gibt einen Haken: Im Weg könnte wieder Zverev stehen. Die beiden trafen erst vor zwei Wochen in Indian Wells – 6:2, 6:4 für Sinner. Der Deutsche wirkte wie ein Schüler, der vergessen hatte, die Hausaufgaben zu machen. Nun droht die Nachprüfung. Zverev muss zuvor gegen Cerúndolo, der Argentinier spielt auf heimischem Sand wie ein Zauberer. Aber selbst wenn Zverev gewinnt: Die Erinnerung an die letzte Klatsche sitzt tief.

Sabalenka jagt das gleiche ziel – und macht es spannend

Sabalenka jagt das gleiche ziel – und macht es spannend

Während Sinner Tiafoe wegschaltete, musste Aryna Sabalenka auf dem Damen-Court zittern. Gegen Hailey Baptiste ließ sie zwei Breaks im ersten Satz liegen, schaffte aber doch den Doppelpack: 6:4, 6:4. Auch sie ist zwei Siege vom Sunshine Double entfernt, könnte als erste Weißrussin in die Geschichtsbücher einziehen. Gegnerin im Halbfinale: Elena Rybakina – die Frau, die ihr schon in Indian Wells das Leben schwer machte.

Doch zurück zum Mann des Tages. Sinner verlässt den Court, schultert sein Racket wie ein Gewehr, winkt kurz. Kein Jubel, kein Showact. Er weiß: Das Ziel ist nicht das Halbfinale. Das Ziel ist das Doppel. Und wer jetzt noch zweifelt, hat die letsten 30 Sätze nicht verfolgt.