Alba entkommt der blamage: 21-punkte- comeback dank delow-comeback

Es war die Partie, die eigentlich in die Historie der Berliner Herrenmäßigkeit hätte einmünden sollen: 21 Punkte Rückstand gegen Rostock, zwei Tage nach der Overtime-Klatsche gegen Athen, das dritte Spiel in fünf Tagen. Doch Malte Delow scherte sich nicht um Logik – und warf Alba mit 27 Punkten binnen neun Minuten zurück ins Leben.

Der k.o. kam nach sieben minuten

Die Seawolves legten einen 7-0-Run hin, Lansdowne traf aus der Distanz, Leuchten versenkte zwei Freiwürfe – 12:23. Berlin wirkte wie betäubt, die Verteidigung offerte offene Würfe wie Ostgeschenke. Als Nicholson zur Pause verwandelte, stand es 32:51, die Mercedes-Benz Arena verstummte, 7.749 Fans atmeten tief durch – und dachten an das 75:108 vom Vorjahr gegen Weißenfels.

Doch Pedro Calles schrie sich in der Kabine die Seele aus dem Leib, und irgendwo zwischen seinem „Spielt endlich wie ihr selbst!“ und Delows Einstand als Not-Pointguard drehte sich das Spiel um 180 Grad. Jack Kayil fehlte mit Knieproblemen, also übernahm Delow das Kommando, schaltete den Turbo und erzielte zwischen 26. und 30. Minute 15 Punkte – vier Dreier, ein And-One, ein Steal. 68:72 – plötzlich war es ein Spiel.

96 Sekunden vor schluss führte erstmals alba

96 Sekunden vor schluss führte erstmals alba

Die Halle kochte, Sam Griesel glich mit zwei Freiwürfen aus, Owen Klassen flog mit fünf Fouls raus – und dann traf Jonas Mattisseck den Dreier zur ersten Berliner Führung des Abends. Rostock warf wild, Delow fing den Rebound, wurde foult und versenkte den letzten Freiwurf zum 89:85. Karriere-Bestwert, 27 Punkte, 6/8 Dreier, +14 Plus-Minus.

Justin Bean brüllte: „Das war ein Legendending!“ Kapitän Mattisseck atmete sichtlich erleichtert: „Wir haben gezeigt, dass wir auch mit müden Beinen ein Herz haben – das reicht heute.“ Die Seawolves? Sie reisten mit leeren Händen zurück an die Ostsee, trotz 17 Punkten von Kassim Nicholson.

Für Alba geht die Reise morgen weiter nach Ulm – diesmal mit 48 Stunden mehr Schlaf und dem Wissen, dass sie sich selbst aus der tiefsten Krise treten können. Denn wenn Malte Delow so spielt, braucht Berlin keine Wunder, nur einen Ball und 24 Sekunden.