Alavés: nervenflattern bis zur schlussminute!

Die Spannung im Estadio de Mendizorroza ist zum Greifen nah – und das nicht nur wegen der leidenschaftlichen Fans. Quique Sánchez Flores hatte bereits am Freitag gewarnt: Die letzten Minuten der alavés-Spiele sind oft entscheidend. Eine Prophezeiung, die sich in den letzten Wochen mehrfach bewahrheitet hat.

Ein team, das das leben am limit genießt – oder auch nicht

Ein team, das das leben am limit genießt – oder auch nicht

Es ist ein Muster, das sich immer wiederholt: alavés kämpft sich durch das Spiel, die Partie scheint gerichtet, und dann beginnt das Herzrasen. In den letzten sechs Begegnungen des Teams aus Vitoria gab es fast immer einen dramatischen Wendepunkt in der Schlussphase. Außer in Vigo, wo die Mannschaft mit einem 3:4-Erfolg die Partie noch drehen konnte, wurden in allen anderen Spielen Tore in den letzten zehn Minuten erzielt – mal zu Gunsten der Babazorros, mal zu Ungunsten.

Boyé ist in dieser Saison zum Inbegriff dieser Achterbahnfahrt geworden. Letzten Sonntag traf er in der Nachspielzeit gegen Osasuna zum Ausgleich per Elfmeter, und auch vor einem Monat sorgte er mit seinem Treffer in der 89. Minute gegen Girona für den Punktgewinn. Doch es gab auch bittere Momente: Gegen Villarreal stahl Nicolas Pepe dem alavés den Sieg mit einem fulminanten Treffer in der 97. Minute. Das Debüt von Quique Sánchez Flores wurde somit zu einem Kaltbad.

Auch die Auswärtspartien brachten keine Ruhe. In Levante gingen zwei Treffer von Carlos Espi (88. und 97. Minute) über den grünen Tisch, während das Spiel in Valencia am Ende in einer Demütigung endete, als der alavés einen vermeintlichen Sieg in der Nachspielzeit noch verschenkte. Die Mannschaft scheint sich an diese Art des Spielens gewöhnt zu haben, an das Leben am Rande der Abgrunds. Ob sich das ändern wird? Wohl kaum, zumindest nicht bis zum letzten Spieltag.

Die letzten Spiele zeigen deutlich, dass die Abwehr des alavés in den Schlussminuten anfällig ist. Die Gegner wittern ihre Chance und werfen alles nach vorne. Die Spieler des Alavés müssen lernen, diese Momente besser zu managen, die Ruhe zu bewahren und die Konzentration hochzuhalten. Denn eines ist klar: Die letzten Minuten der Spiele werden auch weiterhin ein Nervenkrimi sein.

Die Fans des Alavés sollten sich auf weitere Herzattacken einstellen. Aber vielleicht ist genau das es ja, was diesen Verein so besonders macht: die unbändige Leidenschaft, der nie endende Kampfgeist und die Bereitschaft, bis zum letzten Pfiff zu kämpfen. Denn im Fußball, wie im Leben, kann ein Tor in der Nachspielzeit alles verändern.