Ajoie wirft greg ireland raus – vauclair muss in playoff-not den karren ziehen

Es ist vollbracht: Greg Ireland muss sofort gehen. Der HC Ajoie trennt sich mitten aus den Playouts vom Cheftrainer, der den Klub erst im Sommer 2023 aus der Swiss League in die National League führte. Julien Vauclair, Sportchef und Klubikone, übernimmt bis Saisonende das Kommando.

0:3 Gegen ambri – eine niederlage, die fragen aufwirft

0:3 Gegen ambri – eine niederlage, die fragen aufwirft

Die Entscheidung fällt, während Ajoie im Playoff-Abstiegsduell mit dem HC Ambri Piotta bereits mit 0:3-Serienrückstand dasteht. Drei Spiele, drei Pleiten, nur ein Treffer erzielt – das reicht nicht, um den Ligaverbleib zu sichern. Die Vereinsführung reagiert mit dem härtesten Mittel: dem Traineraustausch. Ireland, der noch einen Gültigen Vertrag für 2024/25 besaß, erhielt am Montag die Kündigung.

Vauclair kennt jede Kabine, jeden Junioren, jeden Sponsor. Er war Kapitän, der die Emotionen steuern konnte, bevor er 2020 die Stelle als Sportdirektor antrat. Nun steht er wieder an der Bande, diesmal mit Anzugjacke über der Trainingsjacke. «Wir brauchen eine emotionale Schockwelle», lautet die interne Begründung. Die Mannschaft habe in den Aufstiegsjahren mit Kampf geglänzt; genau diesen Charakter will Vauclair zurück aufs Eis bringen.

Die Statistik spricht gegen Ajoie: In der Geschichte der National League kehrte noch kein Team einen 0:3-Playout-Rückstand. Die letzten beiden Heimspiele in der Patinoire de la Promenade sind Pflichtsiege, sonst droht der Abstieg in die Swiss League. Die Tore laufen über die Stürmer Kellenberger und Rod, doch die Defensive kassierte zwölf Gegentore in drei Partien. Torhütre Guillaume Weber kommt auf 85,4 Prozent Fangquote – ein Wert, der in der Regel nicht zum Klassenerhalt reicht.

Die Vertragsbindung von Ireland bis 2025 macht die Trennung teuer. Laut Klubkreisen verzichtet der 55-Jährige auf Abfindung, falls er innerhalb der nächsten zwölf Monate keine neue Stelle findet. Ein Signal, dass beide Seiten den Bruch nicht eskalieren lassen wollen. Doch die sportliche Dringlichkeit bleibt: Noch zwei Spiele, um den Abstieg zu verhindern. Vauclair hat 48 Stunden, um neue Reihen zu bilden, Videoanalysen zu erneuern und die Köpfe freizubekommen.

Am Donnerstag steigt Spiel vier. Die Patinoire wird kochen, die Glocken von Bonfol schlagen. Entweder Ajoie schafft das Kunststück und erzwingt ein fünftes Duell, oder die Saison endet mit dem bitteren Gang in die zweithöchste Spielklasse. Für Greg Ireland heißt es nun zuschauen statt stehen. Für Julien Vauclair wird die nächste Nacht wieder kurz – und die Zukunft des Klubs hängt an jedem Pass, an jedem Schlag auf das Pucksymbol.