Reibe schlägt boozer raus – uconn marschiert ins final four
0,4 Sekunden. So viel Zeit brauchte Braylon Mullins, um den Cameron Boozer-Hype abzuschießen und Eric Reibe zum nächsten deutschen Final-Four-Helden zu erheben. UConn besiegt Duke 73:72, Indianapolis bebt, und die March Madness hat ihr nächstes Drama.
Reibe vs. boozer: bank, box-out, basketball-geschichte
Der 2,11-Meter-Mann aus Hagen spielte nur sieben Minuten, reichte aber, um die Defense umzustellen. Zwei Punkte, ein Rebound, ein Assist – Statistik-Fetischisten mögen lächeln. Doch was der 19-Jährige in diesen 420 Sekunden an Help-Side und Pick-and-Roll-Präsenz zeigte, zwingt sogar Jon Scheyer zum nachträglichen Lob. Reibe verhindert zwei Backdoor-Layups, verschiebt die Lanes und lässt Boozer außerhalb der Paint tanzen. Duke-Wunderkind oder nicht – gegen deutsche Länge wird auch der potenzielle Nr.-1-Pick kreativ arm.
Während Dwayne Koroma in UConn-Sweat seinen zweiten DNP kassiert, steht Reibe am Rande des Courts, als Mullins den Logo-Dreier versenkt. Die Bank explodiert, er selbst bleibt cool. „Wir haben den Favoriten nicht respektiert“, sagt er im Mixed-Zone-Sprint. „Nur seine Skills.“ Das klingt nach Programm: 2011 und 2014 machte das Giffey-Tolksdorf-Wolf-Trio den Deutschen UConn-Titel-Traum wahr. Reibe trägt jetzt die deutsche Fahne in die nächste Dekade.

Deutscher sturm auf indianapolis: drei teams, drei chancen, ein champion
Am Ostersonntag trifft UConn auf Illinois. Im Parallel-Spiel jagt Ivan Kharchenkov mit Arizona die Wolverines – der U18-Europameister von 2024 will den Cut vom 2023er-Vize Magnus Pelkowski übertrumpfen. Malick Kordel (Tennessee) schaut von der Tribüne, trotz 95:62-Klatsche seiner Vols gegen Michigan. Statistik: Kein deutscher Spieler war in diesem Turnier so lange auf dem Floor wie Reibe. Und keiner ist näher am Ring.
Die Zahl, die spricht: 3,2 Mio. Zuschauer verfolgten das Viertelfinale allein auf CBS – ein neuer Rekord für ein Spiel vor dem Final Four. Die March Madness ist kein Klub-Wettbewerb, sie ist Popkultur. Und Deutschland ist mittendrin, statt nur dabei.
Am Samstag um 21:09 Uhr deutscher Zeit steht Reibe erneut im Lucas Oil Stadium. Kein DNP, sondern ein möglicher Close-Out gegen Illinois. Zweimal seit 1987 haben deutsche Spieler den Titel geholt – Rödl, Ast, Pelkowski, Giffey. Reibe kann die Liste erweitern. Die Uhr läuft. 0,4 Sekunden reichen.
