Nagelsmann lässt sané zittern – karl und leweling schnüffeln am wm-ticket
Julian Nagelsmann stemmt kein Denkmal für Leroy Sané. Der Bundestrainer schickt den Flügelflitzer vor der WM-Nominierung mit einem Satz in den Leistungszwinger: „Die Tür ist nicht dauerhaft offen.“ Drei Wochen nach dem 0:3 in der Schweiz wirft der 30-Jährige weiter nur Schatten statt Tore – und Nagelsmann lässt ihn spüren, dass Jamie Leweling und Lennart Karl längst den Atem in seinem Nacken spüren.
Sané muss die slowakei-show wiederholen
Nagelsmann zieht die Messlatte hoch. Das 6:0 gegen die Slowakei im November bleibt Sanés persönliche Benchmark. „Aber er muss das immer erreichen“, sagt der Bundestrainer und versieht das Lob mit einem blitzschnellen Tritt: „Man muss das schon immer auch bestätigen.“ 20 Minuten nach dem Abpfiff in Genf fragten Reporter nach dem Stuttgarter – Nagelsmann schnaubte: „Soll ich irgendeinen Spieler abmontieren? Das werde ich nicht tun.“
Die Kalkulation hinter der Geduld: Deutschland besitzt nur eine Handvoll Eins-gegen-eins-Spieler, und Sané ist fußverkehrt noch der gefährlichste. Doch die Rechnung ohne die Konkurrenz macht Nagelsmann nicht. Leweling lief in Berlin schon zweimal als Joker auf und schlug ein wie eine Sturmflut. Karl wiederum bringt frische Beine und eine 36-Kilometer-Sprintzeit, die selbst Sanés Turbo alt aussehen lässt.

Am 12. mai fällt die entscheidung
Nagelsmann hat sich ein Belastungsprotokoll gezimmert: „Ich werde allen Spielern so lange die Stange halten, bis ich den Kader nominiere.“ Sané muss also bis zur letzten Pflichtspielminute bei Bayern liefern – oder der Bundestrainer zieht die Notbremse. Die Botschaft ist messerscharf: Leistung schlägt Prominenz. Und in den WhatsApp-Gruppen der Nationalmannschaft kursiert bereits ein Spitzname für die neue Flügel-Konkurrenz: „Lewi-Lennart-Doppel“, getreu dem Motto: Wer nicht sprintet, fliegt.
Sané selbst schweigt, trainiert in München zusätzliche Sprintläufe. Die Uhr tickt. Noch 42 Tage bis zur Nominierung. Noch fünf Bundesliga-Spiele, um Nagelsmann die Slowakei-Show abzuringen. Sonst wird er am 12. Mai nur noch per Live-Stream dabei sein – und die Tür, die er sich offen hielt, knallt zu.
