Bologna will lucca: im dritten anlauf soll der napoli-flop kommen
Zweimal hat Bologna den großen Lorenzo Lucca an sich reißen wollen – zweimal schlug der Stürmer das Angebot aus. Nun, nach einem halben Jahr Leih-Gejammer beim Nottingham Forest, plant der Club aus Casteldebole den dritten Vorstoß. Und diesmal könnte der Zeitpunkt endlich passen.
Die gescheiterten versuche: ajax statt bologna, premier league statt serie a
Sommer 2022: Bologna sucht einen Backup für Marko Arnautovic, die Scouting-Abteilung liefert den Namen Lucca. Die Verhandlungen mit Pisa laufen, Medizincheck in der Isokinetic-Klinik ist angesetzt, die Fotografen warten schon. Kurz vor dem finalen Handschlag aber schaltet sich der Ajax Amsterdam ein – Leihgebühr eine Million, Kaufoption zehn Millionen, Deal erledigt. Lucca fliegt nach Holland, Bologna schluckt die Abfuhr und greift stattdessen zu Joshua Zirkzee. München lacht, Bologna auch.
Winter 2025: Wieder Lucca, wieder Bologna. Diesmal ist der Angreifer bei Napoli gelandet, kommt aber unter Antonio Conte kaum zu Einsatzzeiten. Thijs Dallinga droht den Rot-Blauen zu verlassen, die Liste mit Notlösungen ist kurz: Lucca steht wieder oben. Doch statt in die Emilia-Romagna packt der 1,95-Meter-Mann die Koffer Richtung Nottingham Forest – Leihgebühr eine Million, verpflichtende Ablöse 35 Millionen, soll die Klappe klatschen. Bislang 120 Premier-League-Minuten, ein Tor gegen Leeds, viel Wind um nichts.

Warum der dritte anlauf jetzt sinn macht
Die Zahlen sind hart, aber die Logage stimmt. Luccas Vertrag in Neapel läuft bis 2030, doch der Rückkehr-Klausel im Leihvertrag folgt keine automatische Zukunft. Sollte Nottingham die Kaufoption nicht ziehen – was nach der bisherigen Bilanz wahrscheinlich ist –, steht der 24-Jährige vor dem nächsten Umzug. Bologna wiederum muss sich auf eine mögliche Abwanderung von Dallinga vorbereiten. Der Niederländer kam für 13 Millionen plus Boni, ein guter Abschiedsdeal könnte die Kasse füllen und gleichzeitig Luccas Preis senken.
Die sportliche Leitung um Giovanni Sartori hat intern bereits Szenarien durchgerechnet: Leihgeschäft mit Kaufoption um 15 Millionen, Gehaltsanteil geteilt, dazu eine Leistungsprämie, die sich nach Europacup-Qualifikation richtet. Kein Pappenstiel, aber bezahlbar für einen Club, der sich in der Europa-League-Zone festbeißt. Lucca selbst schwärmt nach wie vor von der Serie A, sein Berater würde einen Neuanfang in Italien begrüßen. Das Timing passt, die Stimmung auch.

Was die nächsten acht wochen entscheiden
Bis Saisonende wird Bologna nicht handeln. Die Europa-League-Mission hat Priorität, Vincenzo Italiano verlangt Ruhe im Kader. Doch schon jetzt laufen intern die Gespräche. Dallinga muss liefern, sonst wird ein Sommer-Angebot aus Frankreich oder England erwartet. Lucca muss in Nottingham Tore schießen, sonst sinkt seine Marktwert-Kurve in Regionen, die selbst Bologna nicht mehr retten will. Beide Seiten warten auf den passenden Moment – und wissen: Diesmal gibt es kein viertes Mal.
Die Rechnung ist simpel. Bologna bekommt einen italienischen Stürmer mit Physis, Lucca erhält die Bühne, auf der er sich beweisen kann. Die Ablöse von 35 Millionen wird wohl nie fällig, aber 15 plus Leistungsboni sind realistisch. Der Club spart, der Spieler gewinnt, die Fans endlich ein Gesicht, das sie von der eigenen Akademie kennen. Wenn es nicht klappt, war es eben doch nur ein drittes Kapitel in einer Transfer-Saga, die irgendwann als Lehrstück in den Ordner „Fast-Größen“ wandert. Klappt es, war es eben doch nur eine Frage des Timings. Und das ist in der Serie A bekanntlich alles.
