470 Tage leere: lucas firnhaber kehrt zurück – und trägt sofort asv-farben
Am Sonntag um 17 Uhr schlägt Lucas Firnhaber in der Westpress-Arena in Hamm auf. 470 Tage nach seinem letzten Pflichtspiel. 470 Tage, in denen er manchmal fragte, ob das Knie je wieder mitspielt. Jetzt steht der 30-Jährige vor seinem Debüt für den ASV Hamm-Westfalen – gegen GWD Minden II.
Ein transfer trotz kreuzbandriss – und ein vertrag, der vertrauen zeigt
Micky Reiners, sportlicher Leiter des ASV, unterschrieb im Sommer 2025 einen Zweijahresvertrag mit einem Spieler, der gerade erst wieder laufen gelernt hatte. „Wir wissen um seine Qualitäten“, sagte Reiners damals. Gemeint war: Wir wissen, dass Zweitliga-Erfahrung selten ist in der 3. Liga Nord-West. Wir wissen auch, dass ein geheilter Firnhaber in der Rückrunde Spiele entscheiden kann.
Firnhaber selbst blickt zurück: „Die ersten Monate waren ein Kampf gegen die Uhr. Jeder Reha-Schritt war wie ein Testspiel, nur ohne Zuschauer.“ Der Ex-HSG-Nordhorn-Profi absolvierte in dieser Woche einen Belastungstest – bestanden. „Knie und Fuß fühlen sich super an“, sagt er. „Mein Körper ist bereit.“

Die premiere wird zur generalprobe für die aufstiegsrunde
Mit nur einem Punkt Vorsprung auf Rang vier steht Hamm-Westfalen vor der entscheidenden Phase. Die nächsten fünf Spiele entscheiden, ob der ASV in die Relegation zur 2. Bundesliga geht. Firnhabers Comeback kommt also wie bestellt. Trainer Dirk Völker will ihn zunächst auf 20 Minuten bringen – „aber nur, wenn das Spiel es zulässt“, sagt er. GWD Minden II ist Tabellenletzter, doch Derbys haben eigene Gesetze.
Firnhaber selbst spürt die Ironie: „Ich habe Zweitliga-Abstiege erlebt, jetzt spiele ich mein erstes Spiel für den ASV gegen eine Reservemannschaft.“ Doch der Gegner ist ihm egal. „470 Tage ohne Handball sind wie 470 Tage ohne Luft. Ich will nur pfeifen hören, Schweiß riechen, den Ball wieder schmecken.“
Am Sonntag wird er das tun. Dann endet seine Leerzeit – und für den ASV beginnt vielleicht die Stunde der Wahrheit.
