Spanier packt triple mit start-ziel-sieg: holgado entthront alle in brasilien

Daniel Holgado schickt die Moto2-Welt in den Tiefschlaf und sich selbst an die Tabellenspitze. Der 20-Jährige aus Sevilla riss sich beim brasilianischen Großauftrag in Goiânia die Führung, die Reifen und das Rennen – alles in einem Stück Asphalt, das einst Ayrton Senna gehörte.

Ein start, der alles veränderte

Pole-Reiter Holgado verpaschte den Launch. David Alonso, sein Stallbruder im Aspar-Team, rutschte auf Position sieben zurück. Was wie ein Debüt aussah, entpuppte sich als Taktik. Innerhalb von vier Runden schlängelte sich Holgado an Daniel Muñoz und Alex Escrig vorbei, nur um danach die Boxenstopp-Geschwindigkeit zu simulieren. Reifenschonung hoch drei, sonst würde später nichts mehr gehen.

Hinter ihm schob sich Manuel Gonzalez vor, der in Thailand gewonnen hatte und nun wieder nach Wein schmeckte. Muñoz hing an Holgados Hinterrad wie ein Klettverschluss, Escrig wartete auf den ersten Fehler. Den gab es nicht. Stattdessen zog Holgado mit 14 Runden noch einmal die Peitsche heraus. Sekundenbruchteile sprühten, die Gruppe zerfiel.

Motor statt herz: muñoz’ vergeblicher angriff

Motor statt herz: muñoz’ vergeblicher angriff

Drei Runden vor Schluss glaubte Muñoz, die Lücke zu sehen. Der Spanier auf Italtrans-Kalex schoss in Kurve fünf, doch Holgado schloss die Tür so brachial, dass selbst die TV-Kamera zuckte. Im selben Moment kollidierte Muñoz mit der eigenen Reifenmauer – Vorderreif quitschte, Hinterrad tanzte. Die Chance war gestorben, bevor sie leben konnte.

Gonzalez nutzte den Zwist, schob sich an Escrig vorbei und machte das spanische Podest komplett. Dahinter lieferten sich David Alonso, Izan Guevara und Tony Arbolino einen Slalom um Platz fünf. Letzterer rettete für die italische Ehre Rang sieben, Celestino Vietti folgte als Neunter. Die chronische Midfield-Krise der Honda-Geschwister geht also weiter.

Die zahlen, die wehtun

Die zahlen, die wehtun

Holgado führt mit 61 Punkten vor Muñoz (54) und Gonzalez (50). Drei Rennen, drei Mal Spanien obenauf – ein Vorsprung, der sich anfühlt wie ein Psychowettkampf. Weiter unten verharrt Arbolino auf Rang acht, Vietti sogar nur auf Platz zwölf. Die Italiener haben in der Moto2 seit 2022 kein Rennen mehr gewonnen, und die Statistik wird mit jedem Sonntag schwerer wie ein nasser Sack Zement.

Mit dem Sieg in Brasilien buchte Holgado nicht nur die Punkte, sondern auch die mentale Meisterschaft. Die Reifen sind abgefahren, der Gegner ratlos und der Aspar-Kalender schon auf dem Weg zur nächsten Flagge in Austin. Wer jetzt nicht attackiert, wird eingeholt – das hat Goiânia einmal mehr bewiesen.