Söndergaard: jetzt zählt's! dänischer erfolgscoach soll öfb-frauen zur wm führen

Wien – Ein Wechsel an der Spitze des ÖFB-Frauenfußballs: Lars Söndergaard, ein Name, der in Dänemark für erfolgreiche Zeiten steht, übernimmt das Ruder. Josef Pröll, Aufsichtsratsvorsitzender des ÖFB, präsentierte den 67-jährigen Dänen am Montag als neuen Teamchef und machte deutlich: Das Ziel ist klar – die WM 2027 in Brasilien. Ein ambitioniertes Unterfangen, das Söndergaard nun in Angriff nimmt.

Die wm-mission als anker seines vertrags

Söndergaards Vertrag läuft zunächst nur bis Ende des Jahres, doch dieser birgt eine entscheidende Klausel: Wird sich das österreichische Frauen-Nationalteam für die WM qualifizieren, verlängert sich der Kontrakt automatisch bis zum Turnierende. Ein klarer Anreiz, der den Druck auf den neuen Coach untermauert. Die Verpflichtung gilt als deutliches Signal an die Mannschaft und den Verband, dass die WM-Teilnahme oberste Priorität hat.

Peter Schöttel, ÖFB-Sportdirektor, kontaktierte Söndergaard bereits nach der 0:1-Niederlage in Slowenien, um „eine Sicht von außen“ einzuholen. Was als informelles Gespräch begann, mündete in einer überraschenden und schnellen Einigung. „Wir sind rasch draufgekommen, dass es passen könnte“, so Schöttel, der sich vom historischen 0:0 gegen Deutschland in Ried nicht blenden ließ und die Entscheidung für einen Wechsel traf.

Mehr als nur ergebnisse: eine frage der mentalität

Mehr als nur ergebnisse: eine frage der mentalität

Die bisherigen Ergebnisse unter Alexander Schriebl waren enttäuschend – neun Niederlagen in 14 Partien sprechen eine deutliche Sprache. Doch Schöttel betonte, dass die sportlichen Misserfolge nicht der alleinige Grund für die Trennung waren. „Wir haben Themen gehabt, die wir nicht weggebracht haben, da rede ich nicht von Ergebnissen“, erklärte er. Vielmehr ging es um die Atmosphäre und den Zusammenhalt im Team – Themen, die bereits unter Schriebls Vorgängerin, Irene Fuhrmann, auf der Tagesordnung standen.

Söndergaard, der zwischen 2018 und 2023 die dänische Frauen-Nationalmannschaft betreute und anschließend bei der UEFA als Mentor tätig war, sieht die Herausforderung in Österreich als „sehr reizvoll“. Seine Verbundenheit zum Land ist offensichtlich: Er besitzt eine Ferienwohnung in Altenmarkt im Pongau und verbrachte dort regelmäßig Zeit, abgesehen von seinen Trainerengagements im Männerbereich. „Viele spielen in Deutschland, ich kann die Hälfte von Wien weg und die andere Hälfte von Dänemark aus machen“, erklärte er pragmatisch.

Neuanfang mit frischer philosophie

Neuanfang mit frischer philosophie

Söndergaard kündigte bereits Änderungen im Vergleich zur Amtszeit von Alexander Schriebl an. „Wir haben unterschiedliche Philosophien“, so der neue Teamchef. Sein Fokus liege auf dem Teamgefüge und dem Respekt gegenüber dem Gegner. „Am wichtigsten ist, dass wir ein Team sind, zusammenarbeiten und Respekt gegenüber einander und den Gegnern haben“, betonte er. Er werde das Team genau analysieren und versuchen, das Beste aus den vorhandenen Spielerinnen herauszuholen. Eine „sehr gute Breite“ im Kader sei vorhanden, allerdings fehle es an Spielern auf Top-Niveau.

Die WM-Teilnahme 2027 sei für ihn „klar das Ziel“, sonst hätte er das Amt nicht angetreten. Mit der Erfahrung aus seiner Zeit beim dänischen Nationalteam und einem neuen Ansatz will Söndergaard das österreichische Frauen-Nationalteam zurück in die Erfolgsspur bringen. Die kommenden Spiele gegen Slowenien und Norwegen werden zeigen, ob seine Strategie Früchte trägt. Es bleibt abzuwarten, ob der erfahrene Däne den nötigen „Feuer“ entfachen kann, um Österreichs Traum von der WM-Bühne zu verwirklichen.