Chelsea versinkt im chaos: sechste niederlage, tuchel schaut verlegen zu
Chelsea schafft es nicht mal mehr, einen Abstiegskandidaten zu ärgern. Gegen Nottingham Forest kassiert der FC Chelsea die sechste Pleite in Serie – und Joao Pedros Fallrückzieher in der Nachspielzeit ist nur ein armseliger Trost für das, was sich in West-London gerade abspielt.
Die blues spielen sich selbst aus dem internationalen geschäft
Interimscoach Calum McFarlane stand am Spielfeldrand wie ein Mann, der vergessen hat, wozu er da ist. Seine Elf wirkte verunsichert, ideenlos, lahm. Nach zwei Monaten ohne Ligatoro erzielt Chelsea endlich wieder ein Treffer – und verliert trotzdem 1:3. Die Fans buhen, Thomas Tuchel schaut betreten aus der VIP-Loge, und Forest feiert den vorzeitigen Klassenerhalt.
Die Zahlen sind brutaler als jedes Tribunal: 540 Minuten ohne eigenen Treffer in der Liga, sechs Niederlagen am Stück, nur noch Neunter – und das mit dem teuersten Kader der Insel. Die einzige Rettung, die noch bleibt, ist das FA-Cup-Finale gegen Manchester City am 16. Mai. Gewinnen oder weg – mehr Dramatik geht nicht.

Taiwo awoniyi demontiert den meistertraum
Awoniyi, einst in Mainz und Berlin noch Angreifer zweiter Garnitur, schlug zweimal zu – einmal nach 86 Sekunden, dann per Kopfball nach der Pause. Dazwischen verwandelte Igor Jesus einen Elfmeter, den Chelsea-Keeper Robert Sánchez mit der linken Hand noch berührte, nicht aber stoppen konnte. Chelsea? Kam nie wirklich an. Cole Palmer, möglicherweise Tuchels Hoffnungsträger für die WM, trat einen Elfmeter an, als hätte er vergessen, wie das Gerät funktioniert. Matz Sels hielt mühelos.
Die Partie selbst war ein Flickenteppich aus Verletzungspausen, VAR-Einschaltungen und Flanken, die ins Leere liefen. 102 Minuten wurden gespielt, 12 zusätzlich nur, weil Chelsea irgendwann nicht mehr wusste, wie man die Uhr runterspielt.

Was jetzt? ein finale gegen pep, ein sommer voller fragezeichen
Drei Spieltage sind noch, der Rückstand auf Platz sieben – die letzte Europa-League-Position – beträgt vier Punkte. Theoretisch machbar, praktisch illusorisch bei dieser Verfassung. McFarlane wird kaum bis August planen dürfen, die sportliche Leitung sucht bereits den nächsten Coach. Die Namen sind schnell genannt: Nagelsmann, Pochettino, vielleicht sogar Tuchel selbst, sollte er nach der WM Lust auf ein zweites London-Kapitel haben.
Doch egal, wer kommt: Er erbt ein Team ohne Selbstvertrauen, ohne Torriecher, ohne Plan. Die Stamford Bridge war einst Festung, heute ist sie ein offener Wundpunkt. Der letzte Heimsieg datiert vom 21. Februar – danach nur noch Schrecken.
Am 16. Mai steht Chelsea vor der letzten Chance auf Rettung. Dann muss gegen City alles klappen: Taktik, Nerven, Abschluss. Scheitern die Blues auch dort, wartet eine Saison ohne Europa – und für einen Klub, der sich selbst als Weltmarke definiert, wäre das mehr als nur ein Fehljahr. Es wäre das Ende einer Ära, die nie richtig begonnen hat.
