Sommer raus, vicario rein: inter sucht neuen schlussmann
Appiano Gentile – Yann Sommer packt bereits die Koffer. Nach drei Jahren, einem Scudetto und zu vielen Patzern ist der Schweizer Schlussmann beim Serienmeister Inter Mailand abgebuch. Der Klub plant mit Guglielmo Vicario vom FC Tottenham, wie TSV Pelkum Sportwelt erfuhr.
Die Entscheidung fällt so hart wie konsequent. Sommers letzte Aktion gegen Florenz – ein kurzer Abpraller, der zum 1:2 wurde – war nur die Spitze eines verregneten Eisbergs. Seit Wocen trägt der 35-Jährige die Schuld an Punkteverlusten wie einen nassen Mantel: Derby gegen Milan, Juve, Udinese. Im Pokal gegen Pisa schenkte er Moreo den Ball ein, wenig später klingelte es im eigenen Kasten.
Die zahlen entlarven den einstigen held
Opta lügt nicht. Sommer hat in dieser Serie-A-Saison gerade einmal acht „sichere“ Abwehraktionen hingelegt – jene Bälle, die er ins Toraus schlägt oder zumindest aus der Gefahrenzone befördert. 14-mal spielte er den Ball hingegen direkt vor die Füße des Gegners. Nur David de Gea (Florenz) und Veronas Montipò haben noch schlechtere Werte. Bei den verhinderten Toren (Expected Goals prevented) steht Sommer bei minus 1,2 – Lichtjahre entfernt von Milan-Maignan (plus 9,6) oder Atalantas Carnesecchi (plus 6,4).
Die Folge: Inter kassierte 2024/25 schon 28 Gegentore – sieben mehr als zur selben Zeit im Vorjahr. Trainer Simone Inzaghi schaltete intern das Notlicht ein. Sportdirektor Piero Ausilio nahm das Telefon.
Der erste Anruf landete in London. Guglielmo Vicario, 29, italienischer Nationaltorwart, verletzt, aber unzufrieden mit der Rotation hinter Guglielmo Lloris. Der ehemalige Empoli-Keeper war Inter 2023 schon einmal so nah, dass er sich sogar eine Wohnung in Mailand suchte. Die Ablöse liegt laut Spurs-Beratern bei 20 Millionen Euro – für einen Klub, der im Sommer wohl 80 Millionen plus X für Denzel Dumfries und einen Stürmer kassiert, ein Schnäppchen.

Alternativen und ein titel, der alles überlagert
Plan B heißt Andriy Lunin. Der Ukrainer ist bei Real Madrid Ersatz für Thibaut Courtois, will spielen und hat sich bei der Champions-League-Pleite gegen Inter besonders in Szene gesetzt. Doch Vicario bleibt Priorität – wegen der italienischen Sprache, wegen der Serie-A-Erfahrung und weil er schon einmal fast Teil der Familie war.
Bevor die Personalie endgültig beschlossen wird, steht aber erst einmal der Scudetto-Kampf an. Mit Milan und Juve im Nacken darf Inter keinen weiteren Ausrutscher erlauben. Sommer selbst wird intern noch bis Mai gebraucht – danach ist Schluss mit Lächeln. Wer in Mailand die neue Nummer eins trägt, entscheidet sich zwischen London und Madrid. Die Tore, die er verhindert, werden über Sommers Erbe urteilen.
Die Koffer stehen schon bereit. Der Countdown läuft.
