Smart und dieck knacken 80-punkte-marke und feiern rekord bei wm
Olivia Smart und Tim Dieck haben in Prag endlich den Knoten geplatzen lassen. 81,06 Punkte in der Rhythmus-Tanz-Sektion – ein Wert, der keine Wünsche offenlässt. Mit 6,03 Zählern Vorsprung auf ihre bisherige Bestmarke rücken sie auf Platz sechs vor, nur vier Punkte trennen das spanische Duo vom Podium.
Das Eis in der O2 Arena war kaum kälter als ihre Nerven, bevor „Let Me Entertain You“ durch die Lautsprecher donnerte. Doch als Robbie Williams’ Riff einsetzte, verwandelte sich Anspannung in pure Energie. Die Twizzles flogen synchron wie zwei Propeller, die Pattern-Dance-Schritte klickten millimetergenau, die Curve-Lift schwebte beinahe lautlos. Erstmals überhaupt schreibt eine spanische Eistanz-Crew eine 80+ Note in diesem Segment.
Ein ritual, das funktionierte
„Wir haben uns vor dem Start in die Katakomben zurückgezogen, die Musik laut gemacht und einfach nur die Hüfte bewegt“, verrät Smart im Mixed-Zone-Gestühl. „Dann sind wir raus, haben uns angesehen und gesagt: Jetzt oder nie.“ Dieck ergänzt: „Das Publikum hat uns getragen. Als wir die Choreo abgepatzt haben, wussten wir: Das war es.“
Die Zahlen sprechen für sich. Vor der Saison lagen sie im Schnitt bei 74,8 Punkten, im Januar bei der EM nur bei 76,2. Heute also ein Plus von fast sieben Zählern – ein Quantensprung in einem Sport, in dem sich Fortschritt oft in Kommastellen versteckt.
Die eigenen Trainer, Marie-France Dubreuil und Patrice Lauzon, jubelten hinter der Bande wie zwei Fußballfans nach dem Siegtreffer. Denn auch sie wussten: Diese 80er-Barriere galt bislang als unantastbar für spanische Paare. Nicht mehr.

Die spitze bleibt in reichweite
Den Vorsprung der Führung müssen Smart und Dieck nicht mehr einholen – 92,75 Punkte holten Laurence Fournier Beaudry und Guillaume Cizeron aus Frankreich. Doch zwischen Rang drei und sechs sind nur 3,97 Punkte Luft. Die Free Dance startet Samstag um 18:30 Uhr, das spanische letztes Gruppenlauf ist für 20:54 Uhr angesetzt. Ein einziger sauberer Level-Footwork-Call kann reichen, um Lilah Fear und Lewis Gibson (aktuell Bronze) unter Druck zu setzen.
Dieck wischt die Sprühregen-Perlen vom Helm: „Wir haben nichts zu verlieren, nur alles zu gewinnen.“ Smart fügt mit einem Grinsen hinzu: „Spanien war noch nie auf dem WM-Podium im Eistanz. Warum nicht wir?“
Die Antwort gibt das Eis in 24 Stunden. Doch egal, wie die Plakette am Ende aussieht – der Sprung über 80 Punkte ist längst Geschichte geworden. Und Geschichte wiederholt sich selten.
