Granada zerlegt los cármenes und baut 30.000-fans-arena daraus

Das Nuevo Los Cármenes bekommt nach 30 Jahren endlich ein Facelifting – und wie. Die Anhänger des Granada CF haben jahrelang über heruntergekommene Eingänge, rostende Treppen und ein Stadion geklagt, das sich selbst nicht mehr mag. Jetzt schlägt der Verein zurück: 30.000 Plätze, ein neuer vierten Ring, der alte Triumphbogen vom Vorgängerstadion – und das alles ohne, dass ein einzes Spiel verlegt wird.

Der abriss beginnt am tor der anhänger

Los geht’s im Sommer an der Puerta de la Afición, jener Stelle, die in den sozialen Netzwerken zum Sinnbild für den Verfall wurde. Weg ist das verbeulte Metallelement, her kommt ein offener Plaza mit Blick auf den emblemático arco, der 1995 im alten Los Cármenes für Gänsehaut sorgte. Der Klub holt ihn zurück, versetzt um vier Meter, damit Selfies endlich wieder mit Geschichte glänzen.

Die Zahlen sind nackt: 19.189 Zuschauer passen heute rein, danach rund 30.000. Das entspricht einer Steigerung von über 55 Prozent – ein Quantensprung für einen Verein, der in den letzten beiden Saisonen nur 63 Prozent der Karten los wurde. Der Zeitplan ist bewusst offen, weil die Fertigstellung von der CVC-Kreditlinie und der Genehmigung durch den Staat abhängt. Der erste Spatenstich ist aber gesetzt: Stadt Granada und Provinzialregierung haben ihre Unterlagen unterschrieben, die Baufirma steht bereits auf dem Gelände.

Die preferencia bekommt ein zusätzliches geschoss

Die preferencia bekommt ein zusätzliches geschoss

Der neue Ring entsteht nicht innen, sondern außen an der Haupttribüne. So bleibt das Spielfeld sichtbar, während Stahlträger aus der Wüste wachsen. Nach und nach zieht sich der Rohbau um das ganze Stadion – Tribuna, Fondo Norte, Fondo Sur – bis alle 72 Ecksegmente gleichmäßig 14 Reihen höher werden. Wer befürchtet, die intimidad des Cármenes zu verlieren, sollte wissen: Der erste Rang rückt nur drei Meter weiter weg, dafür steigt der Steigungswinkel auf 34 Grad. Das Gebrüll bleibt, es bekommt nur mehr Hall.

Der Clou kommt zum Schluss: Die neue Kapazitätspringt Granada nicht nur in die Top-10 der spanischen Stadien, sie versetzt den Klub auch in die Lage, Endrunden der Copa del Rey oder Liga-Endspiele zu beantragen. Die UEFA-Kriterien für ein Viertelfinal-Spiel der Europa League sind damit erfüllt – ein Aspekt, den niemand laut ausspricht, der aber im hinteren Büro schon durchklingt.

Die Fans haben sich beschwert, geschimpft, boykottiert. Jetzt bekommen sie ein Stadion, das größer, lauter und geschichtsbewusster ist als je zuvor. Wenn im Sommer 2025 der erste Pfosten steht, wird niemand mehr über rostige Tore reden. Dann zählt nur noch eins: 30.000 Stimmen, die Cármenes zum Beben bringen.