Sinner jagt in miami den sunshine-double – doch moutet will die sensation
Jannik Sinner spielt heute Nacht um 0:00 Uhr MEZ gegen Corentin Moutet – und damit um weit mehr als nur den Einzug in die Achtelfinals des ATP-Masters 1000 von Miami. Der 22-Jährende peilt nach seinem Indian-Wells-Triumph den Sunshine-Double an, jene Seltenheit, beide März-Turniere der US-Hardcourt-Swing zu gewinnen. Sein Gegner ist kein Statist: Moutet steht mit dem Rücken zur Wand, liefert sich aber in linkshändischen Rallyes gerne David-gegen-Goliath-Kämpfe aus.
Sinner lässt indian-wells-momentum mitlaufen
Der Weltranglistenerste ließ Damir Dzumhur gestern keine Chance, gewann 6-2, 6-4 und brauchte gerade einmal 78 Minuten. Die Zahlen sprechen Bände: 14 Winner, nur 9 unerzwungene Fehler – ein Verhältnis, das Trainer Darren Cahill intern „Green-Zone“ nennt. Sinner selbst schob nach dem Match die Kamera weg und sagte nur: „Ich bin hier, um zu arbeiten, nicht um Statistiken zu feiern.“
Moutet wird versuchen, dieses Tempo zu durchbrechen. Der 25-jährige Franzose ließ in Runde zwei den US-Boy J.J. Wolf alt aussehen, schlug ihn 6-3, 6-4 und servierte dabei dreimal in Folge auf dem Ad-Out – ein kleiner Seitenhieb auf die Nervenstärke, die Sinner so oft unter Beweis stellt.

Errani und paolini wollen italienisches doppelfest perfekt machen
Kurz vor Sinner-Start, 17:10 Uhr Ortszeit, gehen Sara Errani und Jasmine Paolini auf Court 1. Das Dream-Duo der Fed-Cup-Siegerinnen trifft im Doppel-Viertelfinale auf Tereza Mihalikova und Olivia Nicholls. Italien könnte damit erstmals seit 2011 wieder eine Doppel-Finalteilnahme in Miami feiern – und das ausgerechnet mit einer Kombination aus Routinierin und Olympiasiegerin (Errani) sowie der neuen Weltranglisten-14. (Paolini).
Die beiden haben in diesem Jahr erst ein Turnier gespielt – und sofort das Titel-Turnier in Linz gewonnen. Ihre Kommunikation funktioniert über Handzeichen, die sie sich in der Kabine ausgedacht haben: zwei Finger hinter den Rücken bedeuten „Netzrambo“, also sofortiger Sturm auf die Mitte. Funktioniert bislang zu 87 % laut interner Match-Statistik.

Tv-plan: so sehen sie die nachtsessions live
Sky Sport Tennis und Sky Sport Arena übernehmen ab 21 Uhr die Übertragung, parallel streamt Tennis TV ohne deutsche Kommentierung. Wer lieber auf SuperTennis (Free-TV) zuschaltet, bekommt ab 17:10 Uhr das Damen-Doppel serviert, allerdings ohne Eurosport-typische Slow-Mo-Wiederholungen. Now-Kunden können zwischen fünf Courts umschalten – praktisch, falls Moutet doch den einen oder anderen Break schafft und das Match in die zweite Nacht zieht.
Die erste deutsche Live-Stimme ab Mitternacht: Dirk Adamec, der in Miami das Mikro zwischen den Rängen hält und schon vor Jahren Sinner als „Cyborg mit Gefühl“ bezeichnete – ein Satz, der dem Italiener bis heute nachhängt.
Miami bleibt die schaltzentrale des frühjahrs
Während in Europa noch die Winterjacken greifen, spielen die Top-Stars in 28-Grad-Hitze um 1.000 Weltranglistenpunkte und eine Siegprämie von umgerechnet 1,1 Millionen Euro. Die Hartplatz-Saison ist kurz, die Saisonziele dafür lang: Wer hier gewinnt, darf sich bis Roland Garros unangefochten nennen.
Sinner weiß das. Er trainierte gestern Nachschlag-Returns gegen einen Ballmaschinen-Modus, der Moutets Linkshänderspin simuliert – 150 Bälle, kein einziger ins Aus. Cahill stoppte die Übung nur, um zu sagen: „Wenn du so weitermachst, brauchst du im Mai keinen Sand mehr.“
Feinstofflich: Das Sunshine-Double wurde nur neun Mal in der Geschichte der Herren-Tour gewonnen – zuletzt 2022 von Carlos Alcaraz. Sinner würde mit einem Sieg in Miami nicht nur diese Liste auf zehn erweiten, sondern auch die Frage beantworten, ob seine Indian-Wells-Dominanz ein Einmal-Act war. Antwort um Mitternacht – oder später.
