Sierre und visp knallen zurück: playoff-sensation in der swiss league
Die Playoff-Wand war gestern aus Pappe. Nach dem 0:3-Freitag hat HC Sierre in Olten mit 3:1 zurückgeschossen – und EHC Visp brauchte 93 Minuten, um HCC La Chaux-de-Fonds auf die Bretter zu legen. Die Swiss League steht kopf, die Serien stehen 1:1, und die Fans fragen sich nur noch: Wer stoppt diese Walliser?
Olten stolpert über eigene hast
4.126 Zuschauer im Kleinholz wollten eine Reaktion sehen, doch die kam von den Gästen. Jayden Halbgewachs nutzte einen Stellungsfehler und schlenzte die Scheibe schon in der 17. Minute zum 0:1. Die Oltner Defensive wirkte wie eingefroren, und als Leonardo Fuhrer62 Sekunden nach Wiederbeginn das 0:2 erzielte, schwappte erstmals Unmut über die Ränge. Coach Christian Wohlwends Challenge blieb erfolglos, die Strminute folgte – und damit die Vorentscheidung.
Fadri Riatsch warf zwar noch den Anschluss, doch Fuhrers zweites Tor 39 Sekunden vor der zweiten Pause war die kalte Dusche. Olten warf am Ende alles nach vorn, zog Torhüter Lucas Rötheli, doch Remo Giovannini und die Sierre-Box standen wie eine Mauer. Die Walliser zogen auswärts die Serie glatt – und bewiesen: Playoff-Erfahrung zählt mehr als Heimrecht.

Visp ringt hcc in 93 minuten nieder
Im Val-de-Travers dagegen ging die Party bis in die dritte Overtime. Arnaud Jaquet schockte die 5.067 Fans mit dem frühen 1:0, doch Jorden Gähler und Noah Böhler drehten die Partie. Als Alessandro Lurati 5 Minuten vor Ende noch den Ausgleich schoss, war klar: Das wird ein Marathon.
Beide Teams verweigerten sich dem Fehler – bis Noah Fuss in der 93. Minute die Scheibe von der blauen Linie durch die Schoner von Tim Grossniklaus jagte. Die Visp-Fans explodierten, die HCC-Kanoniere sanken auf die Knie. Erstmals seit 2018 steht der Walliser Underdog wieder mit einem Bein im Halbfinale.
Die Botschaft ist klar: Die Swiss League ist keine Ein-Mann-Show mehr. Sierre und Visp haben die Machtverhältnisse verschoben – und Montag in der eigenen Halle wollen sie den Sack zumachen. Dann wird Olten und La Chaux-de-Fonds wieder Geduld gefragt sein. Oder besser: kalte Nerven.
