Gasperini explodiert nach rotsperre: "wieder como, wieder ein phantomfoul"

Kurz vor Schluss stürzt der Gegner, der Schiri zückt Rot – und Gian Piero Gasperini kann kaum noch atmen. Die Roma verliert am Comer See 0:1, doch die echte Niederlage spielte sich an der Seitenlinie ab.

Wesley, eingewechselt, durchgedribbelt, schon fast weg – dann bleibt er kurz stehen, um dem Verteidiger auszuweichen. Der geht trotzdem zu Boden, Referee Marco Piccinini greift sofort zur Ampel. „Kein Kontakt, kein Foul, gar nichts“, brüllt der Coach, und selbst die Sky-Regie spult die Szene fünfmal zurück, weil sie keinen Ton findet, der das Plakat rechtfertigt.

Gasperini zieht die reißleine – und das ist keine laune

Gasperini zieht die reißleine – und das ist keine laune

„Ich will nicht jammern, aber das ist dieselbe Bühne, auf der wir schon zweimal mit fragwürdigen Entscheidungen landeten“, sagt er und meint damit die Partien 2022 und 2023, als seine damaligen Atalanta-Spiel ebenfalls früh in Unterzahl mussten. Der Unterschied: Heute trägt er die Roma-Kluft, und die Kurve hinter ihm schmettert „Roma alé“, während er selbst die Hände ringt.

Bis zur 77. Minute steht sein Team auf Augenhöhe, dann fällt der Treffer durch Belotti, der zuvor selbst noch mit Gelb wegen Meckerns glänzte. Die Statistik: 22 Fouls gepfiffen, fünf Gelbe, eine Rote – alles gegen Roma. Die Tabelle: Roma rutscht auf Platz acht, Champions-League-Ränge drei Zähler entfernt. Saison-Endspurt, drei Spiele, ein Pokal-Halbfinale – und ein Trainer, der weiß, dass jeder weitere Fehlgriff die Europa-Pläne sprengt.

„Wir haben jetzt 72 Stunden, um den Kater auszukurieren“, sagt Gasperini, ohne den Blick vom Boden zu nehmen. Dann schaut er hoch: „Aber wenn wir in Mailand wieder so eine Szene bekommen, reicht meine Geduld nicht für Pressekonferenzen.“

Die Roma fliegt nach Hause, die Bilder sind längst viral – und der Comer See hat einen neuen Schatten geworfen.