Sheffield krallt sich die snooker-wm bis 2045 – crucible wird zum megafass
Keine Arabien-Showdowns, keine China-Exzesse: Die Snooker-WM bleibt, wo sie hingehört – im Crucible Theatre. Die World Snooker Tour und der Stadtrat haben die Karten neu gemischt und die Krone bis 2045 auf Sheffield festgenagelt. Die Botschaft ist klar: Tradition schlägt Geldregen.

Der deal, der barry hearn tränen der rührung entlockt
Barry Hearn, der Mann, der Turniere in Wüsten und auf Flugzeugträgern erfand, wischt sich demonstrativ über die Augen. „Seit über 50 Jahren organisiere ich Sportveranstaltungen auf der ganzen Welt, aber kein Ort bedeutet mir so viel wie das Crucible.“ Der Promoter, der zuletzt mit saudischen Investoren liebäugelte, unterschreibt stattdessen einen Vertrag, der die WM nach der Umbau-Phase 2029 wieder ins 980-Sitzer-Kleinod zurückholt. Option bis 2050 inklusive.
Die Arithmetik hinter der Sentimentalität: 500 neue Plätze, eine Million Pfund Umbaukosten, ein Jahr Exil in einer britischen Arena – und danach ein Fass, das 1.480 Fans fasst. Die Konkurrenz aus Riad oder Shenzhen hätte zigmal mehr gezahlt. Doch die Spieler wollten den grünen Teppich, der seit 1977 jeden April ihre Nerven zerfetzt.
Ronnie O’Sullivan, der lauteste Befürworter eines Auslands-Exits, schweigt diesmal. Dafür twittert Judd Trump: „Home sweet Home. Wer die Atmosphäre im Crucible einmal geatmet hat, weiß, dass man sie nicht für Öl verscherbelt.“ Die Fans reagieren innerhalb von Minuten mit 42.000 Likes – ein Rekord für den offiziellen WM-Account.
Die Planungen laufen schon. Nach dem Finale am 4. Mai 2028 schließt der Vorhang für zwölf Monate. Bauzaun statt Break vom Tisch. Die provisorische Arena 2029 wird laut Insider Birmingham oder Manchester – ein Ort, der ohnehin jeden zweiten Großevent beherbergt. Danach kehrt Sheffield zurüst: neue Logen, breitere Gänge, ein Museum, das die 147er-Bälle von Hendry und O’Sullivan einmauert.
Die Botschaft an alle, die dachten, Geld regelt die Welt: Manchmal gewinnt der Kult. Und der kostet diesmal nur 1.000 Pfund pro neuem Sitzplatz – ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass ein Einzelticket für das Finale inzwischen das Dreifache kostet. Sheffield lacht, der Snooker-Tisch bebt – und die Kugeln rollen weiterhin in Yorkshire, nicht in der Wüste.
