Union zerlegt werder: elfmeter-patzer, eigentor, k.o.

90 Minuten lang war Werder Bremen im Stadion An der Alten Försterei nur Statist. Union Berlin schickte die Grün-Weißen mit 4:1 nach Hause – und ließ dabei jede Hoffnung auf ein Comeback im Keim ersticken.

Mühlhaus trifft den elfer nicht – und das war erst der anfang

Die 28. Minute: Larissa Mühlhaus, sonst sicher von der Punkt, schwächelt. Ihr Schuss ist lesbar, Nadine Böhl pariert. Der Nachschuss segelt ins Aus. Die Berlinerinnen riechen Blut, die Bremerinnen verlieren den Faden. Nur zwölf Minuten später köpft Verena Wieder sich selbst das 0:2 ins Netz. Kurz vor der Halbzeit darf Lisa Heiseler nach einem Bock von Mariella El Sherif das 0:3 einschieben. Die Partie ist gelaufen, be sie richtig begonnen hat.

Trainerin Friederike Kromp wechselt zur Pause auf Dreierkette um, bringt Medina Desic und Amira Arfaoui. Doch die beiden Offensivkräfte finden kein Mittel gegen die dicht gestaffelte Union-Abwehr. Hannah Eurlings erhöht auf 4:0, ehe Lena Petermann den Ehrentreffer erzielt – zu spät, zu wenig, zu harmlos.

32 Punkte, platz sechs – und jetzt?

32 Punkte, platz sechs – und jetzt?

Die Tabelle lügt nicht. Werder bleibt bei 32 Zählern, rutscht auf Rang sechs und muss nungegen Wolfsburg und Bayern ran – zwei Nachholspiele, die plötzlich richtig brennen. Die Formkurve zeigt seit Wochen nach unten: Pokal-Aus gegen Essen, Heim-Sieg gegen Frankfurt trotz 0:2-Rückstand, nun die Klatsche in Berlin. Die Mannschaft wirkt müde, ideenarm, angreifbar. Union dagegen klettert auf Platz drei und festigt seine Champions-League-Position.

Am Montagabend war nicht nur ein Spiel verloren, sondern auch die Aura der Unbesiegbarkeit. Werder muss neu starten – und das mit zwei Top-Gegnern im Rücken. Die Zeit, um sich zu sammeln, wird knapp. Die Saison ist noch nicht vorbei, aber der Druck wächst mit jedem Fehlstart.