Sevilla amnésico: tränen und zweifel in pamplona
Der Schock sitzt tief
in Sevilla. Nach der 1:2-Niederlage bei Osasuna bahnt sich das vermeintlich Unausweichliche an: Der Abstieg in die zweite Liga rückt unaufhaltsam näher. Die Bilder von besiegten Gesichtern, von Spielern, die sich die Hände vors Gesicht schlagen, werden die Fans noch lange verfolgen.Eine mannschaft am boden
Fünf Spieltage vor Saisonende ist die Stimmung im Lager des Traditionsvereins alles andere als rosig. Was in Pamplona geschah, war mehr als nur eine Niederlage – es war der Ausdruck einer tiefen Krise, einer fehlenden Entschlossenheit, einer kollektiven Lähmung. Zwar gelang es dem Team unter Luis García Plaza, durch den Treffer von Neal Maupay kurzzeitig die Führung zu übernehmen und sich aus dem direkten Abstiegsgeschehen zu verabschieden, doch Osasuna witterte ihre Chance und schlug eiskalt zu. Der späte Siegtreffer von Catena war der Genugtuungswert für eine kämpferisch überzeugende Leistung der Gastgeber.
Besonders deutlich wurde die Verzweiflung nach dem Abpfiff. Spieler wie Kike Salas und Isaac Romero brachen in Tränen aus, die Frustration war förmlich greifbar. Gabriel Suazo, der als Kapitän das Feld verlassen musste, zeigte sich sichtlich erschüttert und sprach in einem Interview mit DAZN von einem „Knoten im Hals“. Sein Appell, sich bis zum Schluss zu geben, klingt angesichts der Lage jedoch hohl.
„Ich werde mein Leben für diese Institution geben“, versprach Suazo, doch die Worte wirken wie ein Echo einer Hoffnung, die bereits erloschen ist. Die Fans, die die Mannschaft bedingungslos unterstützt hatten, saßen in der Gästefankur fassungslos da, unfähig, das Geschehene zu begreifen.

Luis garcía plaza: zwischen wut und resignation
Auch der Trainer steht unter enormem Druck. Während die Gerüchte über eine mögliche Entlassung kursieren, betonte sein Vorgänger José Ignacio Navarro öffentlich sein Vertrauen in García Plaza. Der Trainer selbst wirkte nach der Partie desillusioniert. „Man bleibt mit dem Gefühl zurück, dass das Team diese Niederlage nicht verdient hat“, klagte er. Ein Satz, der die gesamte Gefühlslage im Team widerspiegelt: Ungläubigkeit, Frustration und die bittere Erkenntnis, dass Fehler in dieser Situation unerbittlich bestraft werden.
García Plaza versucht, die Hoffnung nicht aufzugeben. „Das erste Spiel zu Hause ist von entscheidender Bedeutung, um im Kampf zu bleiben. Es ist ein Finale, und Finals müssen gewonnen werden.“, mahnte er. Doch die Realität sieht düster aus. Sevilla liegt derzeit auf dem vorletzten Platz und ist nur noch durch ein Wunder vor dem Abstieg zu retten. Das kommende Programm mit Spielen gegen Real Sociedad, Espanyol, Villarreal, Real Madrid und Celta Vigo ist alles andere als einfach.
Die Uhr tickt für Sevilla. Die Zeit der Selbstmitleid ist vorbei. Nur ein Sieg in den kommenden Spielen kann den Abstiegswahn stoppen. Es gilt, die Wunden zu lecken, die Moral wieder aufzubauen und mit aller Macht zu kämpfen. Denn in der Welt des Fußballs ist alles möglich – auch wenn es für Sevilla im Moment wie ein ferner Traum erscheint.
