Schweizer nhl-stars versenken: josi, suter & co. starten frühe ferien
Roman Josi schlingt den Puck ins Aus, wirft den Kopf zurück und spuckt. Die Uhr tickt aus, die Predators kassieren das 4:5. In dieser Sekunde ist klar: Kein einziger Schweizer Akteur, der gestern noch auf dem Eis stand, wird Mitte April um den Stanley Cup kämpfen. Die Regular Season endet für Josi, Niederreiter, Suter und Kurashev mit einem kollektiven K.o.
St. louis feiert, suter sammelt letzten punkt
Die Blues rissen sich beim 5:3 in Utah selbst aus dem Schlamassel. Vier Siege in Serie – das reicht nicht für die Postseason, doch zumindest für ein versöhnliches Finale. Pius Suter bereitete das 1:0 durch Butschnewitsch vor, danach übernahm Matchwinner Robert Thomas mit einem Hattrick das Kommando. Suters Assist war gleichzeitig sein einziger Scorerpunkt in den letzten zehn Spielen; ein mickriger Lohn für einen Winter, in dem er zwischen dritter und erster Reihe pendelte.
Die Jets setzten dem Berners Auftritt ein Déjà-vu entgegen: Philipp Kurashev kehrte nach vier Wochen Bank- und Tribünenzeit zurück, spielte 13 Minuten, blieb ohne Buli. Dafür trumpfte er im Schweizer Duell gegen Nino Niederreiter auf – die Jets kassierten ihre vierte Pleite nacheinander, Niederreiter blieb punktlos. Winnipeg schafft es, trotz 110 Punkten vor Jahresfrist diesmal die Playoff-Linie zu verfehlen. Das ist kein Zufall, sondern das Resultat aus 23 Gegentoren in den letzten fünf Partien.

Josis predators lassen die kurve kratzen
In Nashville schaut man auf 92 Punkte und trotzdem in die Röhre. Die 4:5-Heimniederlage gegen Anaheim war eine Filmszene für sich: Führung, Aufholjagd, erneuter Rückstand, Ausgleich – und dann die 57. Minute, in der Troy Terry die Preds mit einem Handgelenksschuss in die Sommerpause schickt. Roman Josi, diesmal ohne Tor, ohne Assist, aber mit 28 Minuten Eiszeit, stand nach der Sirene lange am eigenen Blue-Line und starrte auf das Eis, als suchte er die Antwort auf eine Saison, die zwischen Höhenflug und Handlungsverlust oszillierte.
Die Kings verloren ohne den verletzten Kevin Fiala 1:3 in Calgary und müssen nun gegen die Avalanche ran, die mit 130 Punkten die dominante Kraft der Liga sind. Fialas Comeback bleibt offen, doch selbst wenn der Zürcher einsatzbereit ist, wartet auf Los Angeles ein Berg, dessen Gipfel in den Wolken liegt.

Playoff-ticket sicher: moser, schmid und bichsel warten
Während die gestern Aktiven ihre Stöcke schon einmotten, bereiten sich einige Landsleute auf das große Kräftemessen vor. Janis Moser trifft mit Tampa Bay auf die Canadiens, Akira Schmid steht zwischen den Pfosten der Golden Knights gegen die Überraschungsmannschaft Utah, und Liam Bichsel bringt mit Dallas Erfahrung aus der AHL in die Serie gegen Minnesota mit. Deren Weg beginnt am 18. April – für die vier gestrigen Helden bleibt nur die Ferienplanung.
Die Bilanz ist gnadenlos: Von acht Schweizern, die gestern noch um jeden Meter kämpften, geht keiner in die Runde der letzten Sechzehn. Sport wirft solche Geschichten ebenso schnell aufs Eis wie Pucks im Bully. Die NHL schickt eine klare Botsung: Gestern zählt nichts, wenn die Ampel am 18. April auf Grün steht und dein Name nicht auf der Tafel leuchtet.
