Schweinfurt: abstieg besiegelt – spieler geis schimpft: „für die fans tut es mir leid“

Der Fall ist erledigt: Der 1. FC Schweinfurt 05 ist rechnerisch abgestiegen. Nach einer Saison vollerEnttäuschungen und verpassten Chancen bleibt ein bitterer Nachgeschmack – und eine Menge offener Fragen. Die 1:3-Niederlage gegen Rot-Weiss Essen verdeutlichte einmal mehr die tief sitzenden Probleme im Team.

Johannes geis: harte worte für die mannschaft

Johannes Geis, sichtlich angefressen nach dem Spiel, ließ beim MagentaSport keine glatte Worte: „Es war irgendwo schon absehbar, aber es schmerzt brutal“, gestand er. Sein Urteil über die Leistung des FCS war unmissverständlich: „Das Einzige, was hier drittligatauglich ist, sind die Fans. Für die tut es mir leid, für die Mannschaft tut es mir nicht leid. Wir haben es absolut verdient.“ Die Leistung gegen Essen sei lediglich ein Spiegelbild der gesamten Saison gewesen – geprägt von individuellen Fehlern und schlichtweg zu wenig Kampfgeist.

Auch Trainer Jermaine Jones konnte seine Frustration kaum verbergen. Der ehemalige Bundesligaspieler (165 Einsätze für Frankfurt, Leverkusen und Schalke) sprach offen davon, dass der Abstieg bereits „von vornherein“ absehbar war. „Mich regt es auf, wie wir diese Spiele verlieren“, schimpfte er, und deutete auf die Vielzahl der individuellen Fehler hin. „Damit kann man in der 3. Liga nicht überleben. Das sind einfach zu viele.“

Jones kündigte bereits für Mittwoch ein internes Gespräch an, um die Probleme offen anzusprechen. „Wir haben zu viele Momente, die einfach nicht gehen. Du kannst so viel aufbauen und so viel trainieren, wie du willst, aber wenn immer wieder einer über den Ball tritt, dann ist es einfach schwierig. Wir werden uns morgen zusammensetzen und einfach darüber reden.“

Die zukunft des fcs: ein neustart nach dem abstieg?

Die zukunft des fcs: ein neustart nach dem abstieg?

Während die Spieler sich mit der Situation auseinandersetzen müssen, bleibt die Frage, wie es nach Saisonende in Schweinfurt weitergeht. Es steht viel auf dem Spiel, und ein Umbruch scheint unausweichlich. Geis betonte, dass sich alle zunächst an der eigenen Nase fassen und „die Pflicht gegenüber den anderen Mannschaften und uns gegenüber zu erfüllen“ müssten. „Egal, ob er hierbleibt oder woanders hingeht.“

Die Saison war bereits jetzt von historischen Negativwerten geprägt. Mit neun Punkten in der Hinrunde wurde ein neuer Tiefpunkt erreicht, der sogar den bisher schlechtesten Absteiger Bremen II aus der Saison 2011/12 unterbietet. 85 Gegentore und 25 Niederlagen nach 38 Spieltagen – die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Schweinfurt muss sich fragen, wie es zu dieser katastrophalen Saison kam und wie ein Neustart gelingen kann.

Ob Geis in der kommenden Saison noch ein Teil des FCS sein wird, ist noch offen. „Ich bin hier langfristig hergekommen, aber es wurden noch keine Gespräche geführt“, so der erfahrene Mittelfeldspieler. „Ich weiß nicht, wie der Stand im Verein ist oder wie der Verein zu mir steht.“

Die Abstiegssaison 2023/24 des 1. FC Schweinfurt 05 ist ein Mahnmal dafür, was passieren kann, wenn ein Team nicht die notwendige Leidenschaft und den Zusammenhalt besitzt. Die Fans können nur hoffen, dass aus den Fehlern gelernt wird und ein neuer, stärkerer Verein aus der Asche aufsteigt.