Schröder schwankt, glaubt aber fest an den titel mit cleveland
Dennis Schröder wirft acht Punkte ein, sieht die Cavs im 138:105-Taumel gegen Dallas und flüstert sich trotzdem ins Mikro: „Wir haben Chancen.“ Sein Gesicht ist verschwitzt, seine Stimme ruhig – so klingt Optimismus, der sich nicht an der letzten Niederlage orientiert.
Die serie zickt, cleveland bleibt drin
Fünf Spiele, fünf Wechselbad-Emotionen. Die Cavaliers gewinnen, verlieren, gewinnen wieder – ein Herzschlag-Programm, das sie dennoch auf Platz vier im Osten hält. Evan Mobley liefert die Montage: 29 Punkte in 23 Minuten, ein Feuerwerk aus Sprungwürfe und Blocks, das selbst die mitgereisten Dallas-Fans verstummen lässt. Schröder schreibt neben seinen acht Zählern fünf Rebounds und sechs Assists auf, Statistik-Linien, die man nur liest, wenn man weiß, dass er in jedem Ballbesitz zwei Verteidiger vor sich hat.
Am Sonntag rollt Dallas erneut in die Rocket Mortgage FieldHouse – Revanchestimmung vor 19.000 Fans, die nach dem Korbregen von Freitag noch den Geruch von Punkte-Confetti in der Nase tragen. Danach geht’s nach Milwaukee, wo Giannis Antetokounmpo wartet und die Cavs-Defensive zeigen muss, dass sie mehr ist als ein Placeholder auf dem Weg zum Finals-Traum.

Gesundheit als geheimer sixth man
„Gesund bleiben ist das Wichtigste“, sagt Schröder und klingt dabei wie ein Mann, der weiß, dass Playoff-Basketball im Mai oft von Trainingstab und Physiotherapeuten entschieden wird. Cleveland verlor schon Spielzeiten, weil Schlüsselspieler im Flur der Klinik statt auf dem Parkett standen. Die Front Office hat die Rotation verlängert, Load Management heißt jetzt Alltag, doch der 30-Jährige will keine Ruhe, sondern Rhythmus.
Im Osten schielt Brooklyn auf Platz drei, die Knicks gewannen indes 101:92 in Indiana – Ariel Hukporti blieb in 13 Minuten punktlos, aber mit Plus/Minus +7; eine Seite der Geschichte, die in keiner Box Score steht. New York ist seit 19 Spielen ohne Verletzungspech, ein Seitenhieb auf jene Teams, die sich nach dem Trade-Deadline noch Sorgen um Achilles- und Knie-Stricke machen.
Cleveland also: vierter Rang, 42 Siege, 25 Niederlagen, ein Kader voller Athleten, deren größte Schwäche die Unberechenbarkeit ist. Schröder lacht, als Reporter ihn nach der Konstanz fragen: „Konstanz ist ein Wort für Mai, nicht für März.“ Dann dreht er sich um, schnappt sich ein Handtuch und verschwindet Richtung Kraftraum – mit dem Glauben, dass aus Wechselbad irgendwann Durchschlag wird. Die Playoffs rücken näher, und mit ihnen die Frage, ob die Cavs ihre eigenen Hochs und Tiefs überleben. Die Antwort steht noch aus, doch der Weltmeister hat sie schon formuliert: „Wenn wir zusammenkommen, kriegen wir einen Long Run hin.“ Die Liga sollte ihn ernst nehmen.
