Fürth schlägt elversberg und entkommt dem keller: hrgota trifft, petkov patzt
Die SpVgg Greuther Fürth hat sich am Freitagabend mit einer Mischung aus Kampf, Glück und eiskaltem Hrgota aus dem Tabellengrab gekämpft. Der 2:0-Sieg gegen Aufstiegskandidat SV Elversberg war mehr als drei Punkte – er war ein Befreiungsschlag, der das Kleeblatt erstmals seit Wochen wieder über dem Strich hält.
Hrgota trifft, petkov scheitert – die eine minute, die alles änderte
Branimir Hrgota, erst zurück im Team nach Magen-Darm-Trubel, nutzte in der 42. Minute Rohrs unglücklichen Kopfball, um den Ball volley ins kurze Eck zu hämmern. Die Franken führten zur Pause – und Elversberg lief fortan einer Fata Morgana hinterher. Denn kurz nach der Stunde vergab Lukas Petkov den vorentscheidenden Elfmeter, jagte die Kugel aus zentraler Position in die March.
Die Szene spaltete den Abend: Fürth zog sich noch tiefer in die eigene Hälfte zurück, Elversberg wirkte fortan wie ein Boxer, der jede Kombination einen Tick zu spät kommen lässt. „Wir haben heute keine Leistung gebracht, mit der man drei Punkte holt“, sagte Trainer Vincent Wagner nach Abpfiff – und meinte damit weniger die Chancenverwertung als die mentale Stabilität seines Teams.

Fürths defensiv-festival – prüfrock wird zum mauerwerk
Silas Prüfrock stand im Kasten wie ein Betonklotz. Der 21-Jährige wehrte sieben Torschüsse ab, lenkte Schmahls abgefälschten Schuss in der 87. Minute mit den Fingerspitzen über die Latte. „Er hat uns den Hintern gerettet“, sagte Vogel und klopfte seinem Keeper auf die Schulter. Die Fürther Abwehr stand so tief, dass selbst der Kolbenberg-Echo kaum noch bis zum Fünfer durchdrang.
Elversberg besaß 68 Prozent Ballbesitz, schoss 17-mal – und traf kein einziges Mal. Die Statistik trügt: Die SVE dominierte nur die Laufkilometer, nicht die Räume, die zählen. Nach dem verschossenen Elfmeter schien die Luft raus, die Ideen wurden ideenlos.

Tabellenkeller wird zur rutschbahn – fürth springt, elversberg stolpert
Mit dem 2:0 durch Reich in der 96. Minute rutschte Fürth auf Platz 14, zwei Zähler vor dem Strich. Elversberg verpasste dagegen den Sprung an die Tabellenspitze und bleibt Dritter – jetzt mit nur noch einem Punkt Vorsprung auf Verfolger Darmstadt. Die Restprogramme: Fürth gastiert am Freitag in Karlsruhe, Elversberg empfängt Bielefeld – und muss aufpassen, nicht selbst in den Strick zu geraten.
Trainer Vogel sprach von „90 Minuten mit maximalem Herzblut“. Die Fans feierten auf dem Rasen, als hätte man den Klassenerhalt schon sicher. Die Realität: Noch acht Spiele, noch 24 Punkte. Aber nach diesem Abend glauben die Fürther wieder daran – und das ist in der 2. Liga oft die halbe Miete.
