Schröder schickt wagner und da silva mit sieg weiter richtung play-in-chaos

Cleveland (Ohio) – Dennis Schröder schaute nicht einmal hinüber zur Orlando-Bank, als die Sekunden herunterliefen. Warum auch? Der 31-Jährige hatte gerade das deutsche NBA-Gipfeltreffen für sich entschieden, Moritz Wagner und Tristan da Silva mit einem 136:131 noch tiefer in die magische Krise gestoßen und seinen Cavaliers beim 42. Sieg der Saison die nächste Playoff-Schneise geebnet.

Die Nummer 17 traf nur zwei Körbe, doch das reichte. Ihre Sprungwürfe fielen genau in die Phase, in der Orlando zum siebten Mal in Folge den Faden verlor. Seit dem All-Star-Break hat die Franchise aus Florida nicht mehr gewonnen – ein Serien-Auswuchs, der sich wie ein Brand in der Tabelle frisst. Vier Siege fehlen den Magics noch auf Platz sechs, der letzten Direktqualifikation. Stattdessen lauert nun das Play-in-Terror-Drehbuch: Ein Verlierer, der nach 82 Spielen trotzdem nach Hause fährt.

Da silva liefert karriere-best-wert, wagner bleibt blass

Da silva liefert karriere-best-wert, wagner bleibt blass

Tristan da Silva war der einzige Deutsche, der in der Rocket Mortgage FieldHouse die Nacht zum Tag machte. 18 Punkte, 6 Rebounds, 43 % aus dem Feld – alles neue Bestmarken für den Rookie. „Wir kämpfen, aber wir verlieren uns in den entscheidenden Minuten“, sagte er, während Kinder hinter der Bande um Autogramme bettelten. Moritz Wagner dagegen kam nur fünf Minuten zum Zug: 4 Punkte, 2 Rebounds, dann wieder Platzbank. Ohne seinen Bruder Franz, der weiterhin mit einer Knöchelverstauchung ausfällt, wirkt der ältere Wagner wie ein Sprinter ohne Startblock.

Cleveland dagegen dampft mit Schröder als Sechstem Mann Richtung 50-Siege-Marke. Die Cavs haben die drittbeste Offensive der Liga, die zweitbeste Three-Point-Quote – und jetzt auch wieder Selbstvertrauen. „Wir wollen kein Play-in, wir wollen direkt rein“, sagte Trainer J.B. Bickerstaff. Die Zahlen sprechen für ihn: 11,4 Punkte Vorsprung im Schnitt gegen Teams unter .500-Bilanz. Orlando ist so ein Gegner. Und wird es wohl auch in zwei Tagen wieder sein, wenn die Magic im Heimspiel gegen Detroit versuchen, den freien Fall zu stoppen.

Die Uhr tickt. Noch 14 Partien bis zum Ende der Regular Season. Für Schröder ein bequemer Endspurt, für Wagner und da Silva ein Sprint ums Überleben. Wer in der Eastern Conference jetzt stolpert, fliegt raus – und das nicht irgendwann, sondern schon in vier Wochen. Orlando hat die letzte Ausfahrt verpasst. Cleveland fährt auf der Überholspur. Das deutsche Duell ist entschieden, die Saison-Dramatik gerade erst entfacht.