Schindler peilt in wieze den coup: littler & co. sollen das fürchten lernen

Martin Schindler ist noch drin. Das reicht, um dem Finaltag der Belgian Darts Open eine deutsche Story zu geben, die lauter knallt als jede 180-Degree-Abzocke. Während Luke Littler den nächsten Titel einsacken will, plant der Mann aus dem Erzgebirge den nächsten deutschen Europatour-Skandal – und er hat schon die erste Bombe gelegt.

Schindler zündet die zweite stufe

Sonntag in Wieze: Achtelfinale bis Finale, alles in einem Tag, alles auf Maximum. Schindler wirft sich nach dem 6:3 gegen William O’Connor in die nächste Runde, trifft nun auf den Belgier Andy Baetens. Der hat gerade Stephen Bunting mit 6:4 vom Board geputzt – ein Warnschuss, der durch die Flandern-Halle schallt. Doch Schindler hat nichts zu verschenken, schon gar keine Legs. Die erste Turnierwoche in dieser Saison, in der er nicht schon nach dem Auftaktmatch die Koffer packt, wird zur Befreiung.

Die Konkurrenz liest sich wie das Who-is-Who der Weltrangliste: Littler, Humphries, van Gerwen, Clayton – alle noch im Rennen, alle mit 35.000 Pfund (rund 40.000 Euro) im Blick. Bis zum Viertelfinale reicht „Best of 11 Legs“, im Halbfinale geht es auf 13, im Finale auf 15. Die 230.000 Pfund Gesamtpreisgeld verteilen sich nach dem Prinzip: Wer zuletzt wirft, kassiert am dicksten.

Warum heute jeder dart zählt

Warum heute jeder dart zählt

Die European Tour ist kein Schaulaufen mehr, sie ist Lebensversicherung für die Order of Merit. Jeder Sieg bringt Punkte, jeder Punkt kann im November über Playoff-Teilnahme oder Quali-Desaster entscheiden. Schindler weiß das, er hat die Rechnung schon gemacht: Ein Finale würde ihn in die Top 32 katapultieren, ein Titel würde ihn endgültig aus der Bedeutungslosigkeit pusten. Die deutsche Nummer eins? Ein Etikett, das sich erst dann klebt, wenn die Trophäe im Koffer ist.

Littler dagegen spielt mit dem Selbstvertrauen eines 17-Jährigen, der schon Weltmeister ist. Gegner im Achtelfinale: Niels Zonneveld, ein Niederländer, der sich nicht versteckt. Aber auch Humphries, van Gerwen und Clayton haben ihre Auftaktgegner im Visier. Die Belgian Darts Open sind das dritte von 15 Etappen, doch schon jetzt zünden die Topstars ihre Psyche-Cracks: Wer heute verliert, fliegt nicht nur aus Belgien, sondern aus dem Rhythmus.

23.000 Zuschauer werden erwartet, DAZN liefert den Stream, und in deutschen Wohnzimmern steht der Fernseher auf Lautstärke 180. Die Frage ist nicht mehr, ob Schindler Littler ärgern kann – die Frage ist, wie lange die Konkurrenz seinen Tempo-Wirbel mitmacht. Fakt: Erst einmal musste Schindler in dieser Saison einen Sieg einfahren, jetzt will er den nächsten. Und wenn Baetens glaubt, das Publikum auf seiner Seite zu haben, wartet hinter der Absperrung schon der nächste Deutsche, der mitfliegen will.

Der Countdown läuft: 15 Matches, ein Tag, ein Sieger. Die Belgian Darts Open haben ihren Showdown – und Schindler hat den Satz noch nicht beendet.