Scheib vor riesentor-coup: österreicherin jagt ersten sektorsieg in are

Julia Scheib schreibt heute im schwedischen Are Geschichte. Mit Startnummer 3 geht die 26-jährige Steirerin als Favoritin in das letzte Riesentorlauf-Weltcuprennen vor den Finals – und kann sich mit einem Sieg die Kristallkugel sichern. 560 Punkte stehen auf ihrem Konto, nur Camille Rast (471) und Sara Hector (429) halten theoretisch noch mit.

Die läuferinnen, die heute alles entscheiden

Die Piste in Are verlangt alles: 1,6 km Länge, 420 Höhenmeter, 55 Tore. Wer zu spät drückt, fliegt raus. Wer zu frissig ist, verliert Linie. Scheibs Vorteil: Sie fuhr hier schon drei Podeste – zweimal Platz zwei, einmal Platz drei. Die Zahlen sprechen klar: Gewinnt sie, ist die Kugel ihre. Wird sie Zweite, reicht ein 18. Platz von Rast nicht mehr. Wird sie Dritte, muss Rast außerhalb der Top-30 bleiben und Hector außerhalb der Top-15. Alles andere ist Makulatur.

Start um 10:00 Uhr, zweiter Durchgang 13:00 Uhr. Die Italienerinnen schicken acht Athletinnen ins Rennen – von Marta Bassino, die Saison vorzeitig beendete, bis zu die Rookies Pazzaglia und Pirovano. Federica Brignone fehlt, nachdem sie nach Olympia-Gold und Soldeu-Festival die Schuhe an den Nagel hängte. Ihre Siege von 2019 und 2020 schweben über der Piste wie ein Geist.

TV-Zeiten: RAI Sport, RaiPlay, Eurosport. Wer nicht zuschaut, verpasst den Moment, in dem sich eine Karriere wendet. Scheib selbst sagt nach dem Training knapp: „Ich kenne jede Kante hier. Jetzt muss ich nur noch fahren.“

Was die uhr heute wirklich zählt

Was die uhr heute wirklich zählt

Die Uhr tickt auch für Mikaela Shiffrin. Die US-Superstar startet mit Nummer 6 und will nach ihrer Saison-Pause noch einmal zeigen, dass sie im Riesentor nicht nur mitfährt, sondern dominiert. Ihre letzten vier Starts: zwei Siege, ein zweiter, ein dritter Platz. Die Konkurrenz schaut nervös.

Doch die Hauptrolle gehört Scheib. Sie ist die einzige, die die Kugel heute schon sicher nach Hause nehmen kann. Die Frage ist nur: wie sehr traut sie sich? In Sölden gewann sie, in Kranjska Gora crashte sie. Are liegt dazwischen – und damit ihre ganze Saison. Die Spannung steigt mit jedem Schwung, den sie gestern im letzten Training fuhr.

Am Ende bleibt eine einfache Rechnung: Wer zuerst durchs Ziel dondert, trägt den Druck weg. Und Scheib hat nicht vor, zu warten. Sie will die Kugel. Heute. Jetzt.