Cheyenne loch hängt snowboard an den nagel – das baby verlangt pause
Windeln statt Weltcup, Kinderlächeln statt Startnummer: Cheyenne Loch bricht ihre Saison sofort ab. Die 31-jährige Raceboarderin erwartet im Sommer ihr erstes Kind und nahm damit das Karriereende aus dem Bauch heraus – wörtlich.
Der körper schrie stopp, das herz jubelt
„Ich wäre gern noch bis zum Finale durchgepowert“, sagt sie, „aber mein Körper hat entschieden.“ Die Entscheidung fiel nicht leicht. Loch feierte 2011 ihr Weltcup-Debüt, kämpfte sich durch Kreuzbandrisse, Sprunggelenksschmerzen und eine erste Pensionierung 2021 – und kehrte zurück. Ihre Bilanz: neun Podeste im Weltcup, sechs Junioren-WM-Medaillen, Rang vier in der Gesamtwertung 2020/21.
Die Olympischen Spiele in Livigno vor vier Wochen waren ihr letzter Auftritt. Platz 15 im Parallel-Riesenslalom klingt bescheiden, war für sie aber „der perfekte Abschluss“, wie sie sagt. Sportdirektor Andreas Scheid lobt ihre Widerstandskraft: „Wer so oft aufsteht, wird auch eine starke Mama.“

Die piste wartet, die familie ruft
Statt nach Winterberg zum Saisonfinale zu reisen, plant Loch Babypause. Die Tür zu Snowboard Germany bleibt offen – erste Trainererfahrungen hat sie bereits gesammelt. Die Verbandschefs träumen davon, sie künftig an der Bande zu haben, statt auf der Startrampe.
Die Weltcup-Truppe fährt ohne sie nach Kanada, dann ins Sauerland. Für Loch beginnt ein anderes Rennen: Nächte ohne Schlaf, statt Zielzeitenhalluzinationen. Ihr Fazit fällt kurz: „Ich freue mich auf alles, was kommt.“ Die Sportwelt verliert eine Kämpferin, das Kinderzimmer gewinnt eine Heldin.
