Bayern-stars riskieren horror-sperre – uefa prüft kimmich & olise

Ein 6:1 in Bergamo, zwei gelbe Karten, ein möglicher Albtraum. Joshua Kimmich und Michael Olise fehlen dem FC Bayern im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League – und die UEFA prüft, ob es nicht noch mehr Spiele werden.

Zeitspiel-gelb gegen atalanta sorgt für nachspiel

Die Szene war schnell erzählt: 78. Minute, Bayern führt 5:1, Olise zögert am eigenen Eckfahne, Kimmich klopft den Ball später ins Aus. Gelb, Nummer drei im Wettbewerb, automatische Sperre. Doch die Diskussion nimmt Fahrt auf, seit die UEFA am Mittwoch ein „laufendes Prüfverfahren“ nicht dementierte. Der Verdacht: taktisches Gelb, um die Viertelfinal-Quali mit frischem Konto zu erreichen.

Die Disziplinarkommission hat Geschichte. 2019 sperrte sie Real-Kapitän Sergio Ramos für zwei Spiele, nachdem er sich selbst den Galgenhals vor dem Viertelfinale gegriffen hatte – und es noch stolz zugab. Kimmich und Olise schweigen zur Absicht, was die Waffengleichheit rettet, aber die Kameras nicht täuschen. Bayern-Sportvorstand Max Eberl spielt den Coolen: „Wir haben auf Zeit gespielt, dann bekommst du Gelbe Karten.“ Klingt nach Alltag, ist es aber nicht, wenn die UEFA das Wort „unsportlich“ in den Mund nimmt.

Warum die sperre länger als ein spiel dauern könnte

Warum die sperre länger als ein spiel dauern könnte

Der Unterschied liegt im Detail. Regel 15 der UEFA-Disziplinarkommission erlaubt eine Erhöhung auf zwei Partien, wenn der Ermessensspielraum „verletzt“ wurde. Wer absichtlich Zeit zieht, um ein Viertelfinale sauber zu beginnen, steht auf dem Schlauch. Olise war an diesem Abend nicht nur Torschütze und Vorbereiter, sondern auch Hauptakteur in jeder Statistik – 13 Ballkontakte in der eigenen Hälfte nach der 70. Minute. Kimmich? 94-prozentige Passquote, aber eben auch jenes Foul, das das fünfte Offensivfoul der Bayern wurde, obwohl sie schon 4:1 führten.

Die Entscheidung fällt in Nyon, nicht in München. Und sie fällt schnell: Bereits am Freitag will die Kommission die Akten der ersten Achtelfinalpartien abschließen. Sollte sie das Gelb als „berechnend“ werten, droht beiden Spielern ein zusätzlicher Spieltag Sperre – das Viertelfinale-Hinspiel wäre damit ebenfalls ausverkauft. Ein Schock, der Bayern-Trainer Vincent Kompany schon jetzt umtreibt: Seine Mittelfeld-Achter fällt komplett aus, denn neben Kimmich fehlt auch Konrad Laimer wegen Adduktorproblemen.

Die bange warterei beginnt

Die bange warterei beginnt

Der Verein hat bislang keine offizielle Beschwerde erhalten, intern aber laufen längst Szenarien. Alexander Pavlovic rückt neben Leon Goretzka ins Zentrum, die Rechtsbahn könnte Noussair Mazraoui übernehmen – sofern der Marokkaner seine leichte Oberschenkelzerrung abschüttelt. Die Alternative: ein Systemwechsel auf 3-4-2-1, das Kompany in der Länderspielpause trainiert hatte. Doch all diese Pläne sind Makulatur, wenn die UEFA zuschlägt.

Die Fans reagieren mit schwarzem Humor: „Wenn wir das Viertelfinale erreichen, fehlen uns die Leute, die uns dahin gebracht haben.“ Die Statistik spricht eine andere Sprache: Ohne Kimmich verlor Bayern in dieser Saison bereits in Frankfurt und Barcelona. Ohne Olise ging kein einziges Tor nach Vorlage des Franzosen. Die Frage ist nicht, ob das Duo fehlt – sondern wie lange.

Die UEFA entscheidet in 48 Stunden. Bis dah heißt es für Kimmich und Olise: Handys lautlos, Pulse hoch. Denn im worst case sitzen sie nicht nur gegen den kommenden Gegner, sondern auch gegen den übernächsten. Und das in einer Saison, in der der FC Bayern endlich wieder den Henkelpokal nach München holen will. Die Rechnung war einfach: Ein Spiel Risiko, zwei Spiele Sperre. Die Realität könnte noch bitterer ausfallen.