Honda stoppt drei e-modelle: 14 mrd. euro leichen im akku-krematorium

Tokio räumt auf. Honda schreibt 14 Milliarden Euro ab, stampft drei Nordamerika-Elektroautos ein – und liefert damit das größte E-Auto-Eigentor der japanischen Industriegeschichte.

Die 0 series stirbt, bevor sie lebte

Die Showcars 0 Series Saloon und 0 Series SUV, erst vor vier Monaten in Las Vegas gefeiert, landen im Museum der Totgeburt. Auch der geplante Ableger Acura RSX verschwindet vom Radarschirm. Kein Käufer wird jemals ein Lenkrad drehen, keine Batterie laden, kein Update laden. Die Entscheidung fällt so abrupt, dass selbst interne Testfahrer ihre Kennzeichen abgeben müssen.

Hintergrund: Trumps Zollwüste. Die neue US-Administration droht Importen von E-Auto-Komponenten aus Asien mit Strafzöllen von bis zu 100 %. Eine Fertigung der 0 Series in Ohio war geplant, doch die Batteriezellen sollten aus Japan kommen. Jetzt rechnet Honda mit einer „signifikanten Verschlechterung“ der Gewinnzone. Die Reaktion: Amputation statt Therapie.

Milliardengrab mit nachhall

Milliardengrab mit nachhall

Die 2,5 Billionen Yen, die Honda bis März 2026 verbuchen muss, entsprechen dem gesamten Nettogewinn der Marke der letzten fünf Jahre. Analysten sprechen von einem „Selbstgespräch auf Kosten der Aktionäre“. Denn parallel stockt Honda die Investitionen in Hybridmotoren auf – ein Technologiezweig, den das Unternehmen selbst vor zehn Jahren als „Zwischenschritt“ abtat.

Für Nordamerika bedeutet das: Die angekündigte Flotte von 30 vollelektrischen Modellen bis 2030 schrumpft auf 27. Klingt nach Kleinigkeit. Ist es nicht. Jede Planstelle, die jetzt gestrichen wird, kostet laut Gewerkschaftsdaten 1,8 Arbeitsplätze bei Zulieferern. Die Domino-Steine stehen bereits.

Und Europa? Stille. Keine offizielle Stellungnahme, keine Anpassung der bereits geringen E-Importquote. Honda Europa verkauft derzeit 92 % seines Volumens mit Verbrennern. Die 0 Series sollte 2027 hierzulande anrollen – ein Termin, der nun auf „unbestimmt“ gestrichen wurde. Händler in Deutschland reagieren mit stornierten Leasingverträgen für Showrooms, die nie gebaut werden.

Die Lektion: In der E-Auto-Welt zählt nicht mehr, wer am lautesten verspricht, sondern wer am schnellsten kassiert. Honda hat gerade 14 Milliarden Euro draufgelegt, um das zu lernen. Der nächste Anlauf kommt 2028 – wenn die Konkurrenz längst die Ladestationen besetzt hat.