Schalke gewinnt einspruch: dzeko nur noch ein spiel gesperrt
Der DFB hat nachgegeben. Edin Dzeko darf schon am 5. April wieder ran – und Schalke atmet auf, denn die ursprüngliche Zwei-Spiele-Sperre wegen „rohen Spiels“ ist Geschichte. Nach der mündlichen Verhandlung am Donnerstag am DFB-Campus fiel das Urteil: nur noch ein Spiel plus 20 000 Euro. Der Knappen-Stürmer verpasst damit nur das Topspiel bei Darmstadt 98 am Samstagabend.
Richter oberholz spricht von „unglücklicher aktion“
Stephan Oberholz, der dieselbe Sache vor einer Woche als Einzelrichter noch mit zwei Spielen bewertet hatte, revidierte seine Einschätzung. „Das Verhalten des Spielers ist unbeholfen, ungelenk, unglücklich – aber nicht rücksichtslos“, sagte der Vorsitzende des Sportgerichts. Eine qualifizierte Fahrlässigkeit, so die Begründung, liege nicht vor. Dzeko habe den Hannoveraner Chakroun lediglich am Unterarm getroffen, Intensität und Gefährdung seien überschaubar gewesen.
Schalkes Argumente offenbar wirkungsvoll: Sportvorstand Frank Baumann und Anwalt Christoph Schickhardt hatten vor Ort betont, es fehle an jener „schonungslosen, selbstsüchtigen oder gleichgültigen“ Komponente, die das Regelwerk für Rücksichtslosigkeit verlange. Auch Schiedsrichter Dr. Robin Braun, per Videoschalte zugeschaltet, relativierte seine Rot-Entscheidung: „Eine Gelbe Karte wäre grundsätzlich auch vertretbar gewesen.“

Schalke kann darmstadt-krise abfedern
Für die Knappen kommt das Urteil wie ein Befreiungsschlag. Ohne ihren Winter-Neuzugang hatten sie in dieser Saison noch keinen Dreier geholt – ein psychologisches Makaberes, das vor dem Auftritt beim Tabellenzweiten lastete. Nun rückt Moussa Sylla in die Startelf, doch mit Dzekos Rückkehr gegen Karslruhe steht der Torjäger mit sechs Treffern und vier Vorlagen in acht Spielen wieder zur Verfügung.
Die Szene, die alles auslöste, war schnell erzählt: 52. Minute gegen Hannover, hohes Bein, Kontakt zum Oberkörper – Braun entschied sofort auf Rot, weil er „eine Gesundheitsgefährdung“ erkannte. Der VAR griff nicht ein, das Protokoll sprach von „offener Sohle im Rippenbereich“. Doch genau diese Eindruckstärke zerbröselte unter der Lupe des Berufungsverfahrens.
Für Schalke bleibt die Erkenntnis: Proteste lohnen sich, wenn man sie mit Fakten untermauert. Die Kasse muss trotzdem bluten – 20 000 Euro –, aber der sportliche Schaden hält sich in Grenzen. Die Aufstellung für Darmstadt ist neu geschrieben, die Moral aber wieder im Aufwind. Denn wer in der Zweiten Liga oben mitspielen will, braucht seine Torgefahr – und genau die heißt Edin Dzeko.
