Leipzig drängt krzikalla raus – nach 16 jahren ist schluss

Lucas Krzikalla muss gehen. Nach 306 Bundesliga-Spielen und 641 Toren für SC DHfK Leipzig wird der 32-jährige Rechtsaußen nach dieser Saison abgeschrieben. Die Entscheidung kam am Donnerstag – ohne Vorwarnung, ohne Verhandlung.

„Der Verein wollte nicht verlängern“, sagt Krzikalla. Er selbst hätte sofort unterschrieben. Stattdessen rücken mit Staffan Peter und Anton Voß zwei Nachwuchskräfte nach, die bis 2028 gebunden sind. Geschäftsführer Karsten Günther spricht von „Verantwortung für die Zukunft des Kaders“. Für Krzikalla heißt das: Abschied nach 16 Jahren, davon zwölf in der ersten Mannschaft.

Ein urgestein, das plötzlich überflüssig ist

Krzikalla war mehr als nur Trefferquote. Er war Markenzeichen, Jugendidol, Stadionlautsprecher in einem. Wer in Leipzig Handball spielte, wollte irgendwann so schießen wie „Krzik“. Seine Familienloge an der Seitenlinie, seine lockere Art – das verschaffte ihm Kultstatus. Nun ist er alt genug, um die nächste Generation wegzuräumen.

Die Zahlen sind schonungslos: 4,2 Tore pro Spiel, 641-mal jubelte das Cottaweg-Viertel mit ihm. Doch Zahlen zählen nicht, wenn der Klub den Blick nach vorn richtet. Peter und Voß sind 22 und 20, Krzikalla ist 32. Das Prinzip heißt: jünger, schneller, günstiger.

Markt in bewegung – aber wann?

Markt in bewegung – aber wann?

Krzikalla steht ohne Klub da, nicht ohne Angebote. „Ich will sportlich eine neue Herausforderung“, sagt er knapp. Intern wissen Insider: Er lehnte schon ein Auslandsangebot ab, weil Leipzig noch nicht komplett ausgestiegen ist. Die interne Deadline läuft Mitte Mai. Wer bis dahin nicht unterschrieben hat, verliert die Sommervorbereitung.

Interesse existiert aus Hannover, Berlin und einer Überraschung aus der 2. Liga, die bereit wäre, die Gehaltsstruktur zu sprengen. Krzikallas Berater will sich nicht festlegen: „Erstmal Luft holen.“ Die Luft riecht aber nach Transferwoche.

Leipzig riskiert sein gesicht

Leipzig riskiert sein gesicht

Mit dem Abriss des Urgesteins wettet Leipzig auf Emotionlosigkeit. Die Fans reagieren gemischt: Twitter ruft „Verrat“, TikTok feiert die Jugend. Die Geschäftsstelle rechnet: Ein Peter-Trikot kostet 89 Euro, ein Krzikalla-Modell wurde zuletzt im Sale für 29 Euro weggeschickt. Die Botschaft ist klar: Wer nicht mehr verkauft, fliegt.

Krzikalla selbst trainiert weiter mit der Mannschaft, schießt nach Schichtende 50 Extrawürfe, wie er es seit Jahren macht. „Ich will fit bleiben, falls jemand anruft“, sagt er und lacht, ohne dass die Augen mitmachen. Am 2. Juni ist Saisonende in Leipzig. Dann hat er vier Wochen, um sich neu zu erfinden. Die Uhr tickt lauter als jemals zuvor.