Schalke 04 stemmt sich aus der roten zone – anleihe schläft, kasse wacht auf

2,5 Millionen plus bei 96,6 Millionen minus: Schalke 04 meldet für die erste Saisonhälfte 2025/26 einen Überschuss – und beweist, dass sich die Knappen aus der tiefsten Finanzkrise ihrer Geschichte herauskämpfen. Die Arena summt wieder, wenn auch leiser.

Von 110 auf 96 millionen – das minus schrumpft, die nerven auch

Der Vergleich ist brutaler als jede Liga-Analyse. Noch 2022 klaffte ein Loch von 110 Millionen Euro im Eigenkapital, jetzt sind es 96,6 Millionen. Christina Rühl-Hamers, Finanzvorständin seit 2023, nennt das „im Rahmen unserer Erwartungen“. Sie meint: Wir haben den Tropfen gehört, bevor das Fass überlief.

Der Umsatz fiel von 95,0 auf 83,5 Millionen Euro – keine Katastrophe, sondern Nebeneffekt eines schlafenden Eventsommers in der Arena. Konzerte fehlten, dafür klingelte die Kasse beim Sponsoring (plus auf 20,4 Millionen) und Merchandising (11,2 Millionen). Die Fans kaufen sich zurück in die Zukunft – T-Shirts statt Ticketpakete.

90-Millionen-anleihe löst alte schulden – und den dfl-bebenkern

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Der Clou steckt im Kleingedruckten: Schalke tilgte zwei staatlich abgesicherte Darlehen über 25,4 Millionen Euro und kündigte zusätzlich einen Konsortialkredit sowie das letzte Corona-Darlehen vorzeitig auf. Finanzierungsgrundlage ist eine frische Anleihe über 90 Millionen Euro – ein Schuldentausch, der die Lizenz sichert. Die DFL-Anpassung der Eigenkapitalregel kommt den Knappen wie ein Elfmeter nach Foul an Terodde gelegen.

Die Prognose für das Gesamtjahr klingt wie ein Zweitliga-Mantra: ausgeglichen bis leicht positiv bei einstelligem Millionengewinn, falls Schalke in der 2. Bundesliga bleibt. Steigt der Klub auf, droht leichtes Minus – die Bundesliga ist teurer als sie zahlt. Die Ironie: Erfolg kostet Geld, das man erst sparen musste.