Sc langenthal bremst transferkarussell: drei leistungsträger bleiben
Der SC Langenthal zieht die Notbremse und verpflichtet sich frühzeitig Kontinuität: Louis Kurt, Nicolas Jobin und Michael Thomas verlängern vorzeitig – ein Statement im Kampf gegen den Abwanderungstrend der MyHockey-League.
Kurt soll das tor weiter zum fortress machen
Seit drei Jahren steht Louis Kurt zwischen den Pfosten, und die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 91,3 % Fangquote im letzten Playoff-Halbfinale, Gegentorschnitt unter 2,0 – Werte, die selbst Erstliga-Scouts aufhorchen lassen. Der Emmentaler, ausgebildet bei den SCL Tigers, avancierte laut Sportchef Patrik Schötz zum „emotionalen Anker“ der jungen Truppe. Nun folgt die vierte Saison, in der Kurt die Blau-Weisse Brandmauer bilden soll.
Die Vertragsdetails: Keine Ausstiegsklausel, keine NHL-Falle. Langenthal bindet den 24-Jährigen bis 2026 – ein Vertrauensvorschuss, der in der Dritten Liga selten ist. „Wir wollten keine Sommer-Farce wie letztes Jahr um Simon Lüthi“, sagt Schötz. Kurt selbst kommentiert knapp: „Ich fühle mich hier wie im Emmental zuhause – nur mit mehr Eis.“

Jobins breakout-jahr soll nachschub bekommen
Center Nicolas Jobin lieferte Antworten auf jene, die ihn als „nur energisch“ abtat. Mit 16 Skorerpunkten in 28 Spielen setzt der Bieler persönliche Bestmarke – und das, obwohl er 62 % seiner Anspiele in der Defensive beginnt. Coach Mike Schönbächler schickt ihn vor allem als Shutdown-Center, doch Jobin erhöhte seine Shot-Rate um 34 %, traf dreimal als Matchwinner. „Ich will zeigen, dass harte Arbeit irgendwann auch auf der Anzeige steht“, sagt Jobin.
Die Verlängerung bis 2025 enthält eine Spieleroption für ein weiteres Jahr – ein Signal an Talente, dass sich Durchbruch lohnt. Mit Janik Loosli und Joël Küttel warten zwei Junioren, die sich an Jobins Beispiel orientieren.

Thomas' zweite karriere startet mit vertrauen
Vor zwölf Monaten galt Michael Thomas noch als Transfer-Glücksritter: abgegeben von den Rapperswil-Junioren, verkauft an Arosa, nun in Langenthal. Der 28-jährige Flügel erinnerte sich an die Worte seines Ex-Trainers: „Wenn du nicht mehr erster Anzug bist, such dir ein System, das dich braucht.“ In Langenthal wurde er sofort Stammkraft: 11 Tore, 8 Assists, aber vor allem 187 Body-Checks – neue Liga-Bestmarke.
Die Verlängerung bis 2025 sichert Thomas Planbarkeit, nachdem er privat in Wynau eine Wohnung gemietet hat. „Ich bin kein Rentner, aber auch kein Sprinter mehr. Langenthal gibt mir das Pensum, in dem ich wirken kann.“
Kontinuität als waffe gegen den klassenerhalt
Mit den drei Leistungsträgern bindet Langenthal 47 % seines letztjährigen Tor-Anteils. Der Club vermeidet damit das ewige Trial-and-Error der Liga, in der jeden Sommer 40 % der Kader wechseln. Die Botschaft an Konkurrenten: Wer Langenthal unterschätzt, trifft auf ein verschlossenes Tor, einen wütenden Center und einen Flügel, der sich durchboxt.
Die nächsten Wochen entscheiden über weitere Personalien. Den Verantwortlichen zufolge „arbeiten wir mit offenen Visieren, aber geschlossenen Türen“. Klar ist: Mit Kurt, Jobin und Thomas haben die Berner eine Dreierkette, die auch 2024/25 für Schlagzeilen sorgen wird – und vielleicht für den ein oder anderen Pokal. Die MyHockey-League kann sich warm anziehen: Langenthal ist noch lange nicht fertig.
